Mi, 22. November 2017

Tat geklärt

02.03.2015 16:08

Kopfschuss vor Billa: Krieg unter Brüdern

Fast wäre diese Tat medial in den Hintergrund gerückt worden: Zwei Serben, ein Kopfschuss in Wien-Liesing - zur gleichen Zeit ein Feuergefecht zwischen Einbrechern und der Polizei in Floridsdorf. Der Täter, einer der berüchtigtsten Verbrecher des Landes: Amyn Radwan Gindia, frühzeitig aus der Haft entlassen. Jetzt wurde bekannt, dass die nahezu zur gleichen Zeit begangene Tat von einem seiner Gefängnis-Bekannten begangen wurde. Zarko J. (35) brach im Jänner aus, schlug in Wien zu.

Es sah aus wie eine Hinrichtung - ein gezielter Schuss in den Kopf, der 31-jährige Mann sackte zusammen. Ein glatter Durchschuss, der Mann überlebte. Abgespielt hat sich diese Szene Ende Februar vor einer Billa-Filiale in Wien-Liesing: Der Schütze konnte flüchten - vorerst.

Wie sich jetzt herausstellte, war der mutmaßliche Täter kein Unbekannter. Weder für das Opfer noch für Polizei und Justiz: Zarko J. (35) schoss auf seinen eigenen Bruder (31), saß wegen Raubs in der Justizanstalt Stein, kurzzeitig in der Nervenheilanstalt Mauer in Niederösterreich - wegen Suizidgefahr. Am 19. Jänner brach er von der dortigen forensischen Abteilung durch ein WC-Fenster im Parterre aus. Mit Hilfe von außen, hieß es damals seitens der Behörden.

Motiv für Schuss auf Bruder unklar
Einen Monat später schlug Zarko J. wieder zu, konnte kurz untertauchen - und sitzt jetzt wieder in Haft. Warum er seinem Bruder in den Kopf geschossen hat, sagt er nicht. Der 35-Jährige schweigt - genauso wie der Doppelmörder Gindia zu dem dramatischen Schusswechsel mit der Polizei auf dem Weg einer kleinen Gartensiedlung in Wien.

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