Sa, 25. November 2017

Vor Wien-Wahl

03.03.2015 06:00

13 Millionen Euro für Rad- & Fußgeher-Beauftragte

Manager staatsnaher Betriebe lassen sich vor Wahlen gerne ihre Verträge verlängern. Bei der nicht unumstrittenen Wiener Mobilitätsagentur ist es ähnlich. Die Anlaufstelle für Radbegeisterte und Fußgeher erhält 13 Millionen Euro Steuergeld und ist damit bis 2020 ausfinanziert - egal, wie die Wien-Wahl im Herbst ausgeht.

Ein entsprechender Beschluss am Mittwoch soll das Geld freigeben. Was Agenturchef und Radfahrbeauftragter Martin Blum mit den 13 Millionen anfängt, formuliert er geheimnisvoll: "Zuerst warten wir die Verlängerung ab, dann geht's in die Detailplanung."

Dafür kann Blum aufzählen, was er und sein sechsköpfiges Team heuer so tun. Im April kommt eine Fußwegekarte (Auflage: 50.000 Stück), und Ende März eine Navi-App für Pedalritter heraus. Gegen Sommer hin wird mit Volksschülern das Radeln geübt, im September folgt die Mobilitätswoche, und zwischendurch werden Grätzelspaziergänge organisiert.

Die 2011 gegründete Agentur, die die Wiener bisher nur in homöopathischen Dosen zu mehr Radlern und Fußgehern machte, hat den Rechnungshof beschäftigt. Wie berichtet, kritisierten Prüfer hohe Kosten und falsche Umfragezahlen.

Die Rathaus-Opposition ist daher über die Millionensubvention entsetzt: "Grüne Günstlinge werden eine weitere Periode mit Jobs versorgt", wettern VP-Chef Manfred Juraczka und FP-Verkehrssprecher Anton Mahdalik.

Die Grünen kontern: Eine neue Stadtregierung könnte jederzeit unter Einhaltung von Fristen die Mobilitätsagentur wieder auflösen.

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