Sa, 25. November 2017

Dank WISE-Teleskop

27.02.2015 12:30

Sternengeburt am Rande der Milchstraße entdeckt

Die Umgebung der Milchstraße ist offenbar längst nicht so leer wie bis dato angenommen: Brasilianische Astronomen haben am Freitag die Entdeckung von zwei Sternhaufen bekannt gegeben, die sich derzeit am äußeren Rand unserer Heimatgalaxie bilden - fernab der bekannten Sternentstehungsgebiete innerhalb der Milchstraße.

"Es ist das erste Mal, dass Astronomen die Geburt von Sternen an einem so abgelegenen Ort beobachtet haben", erklärte die britische Königliche Astronomische Gesellschaft, welche die Entdeckung des Forscherteams veröffentlichte.

Entdeckung mithilfe des Teleskops WISE
Sterne entstehen in der Regel innerhalb von Gasklumpen in riesigen Molekülwolken, die in den inneren Bereichen der Milchstraßen-Scheibe nachgewiesen wurden. Mit Hilfe des Infrarot-Weltraumteleskops WISE der NASA fanden die brasilianischen Wissenschaftler nun solche großen Molekülwolken weit außerhalb der Milchstraße. Sie befinden sich Tausende Lichtjahre oberhalb beziehungsweise unterhalb der flachen Scheibe, als die sich unsere Heimatgalaxie von der Seite aus betrachtet darstellt.

Überraschend entdeckte das Forscherteam unter der Leitung des Astronomen Denilso Camargo in einer dieser weit entfernten Wolken die beiden Sternhaufen, die nun die Bezeichnungen Camargo 438 und 439 tragen.

16.000 Lichtjahre von galaktischer Scheibe entfernt
Die sie umgebende Wolke ist Schätzungen zufolge etwa zwei Millionen Jahre alt und 16.000 Lichtjahre von der galaktischen Scheibe entfernt. "Unsere Arbeit zeigt, dass der Raum in der Umgebung der Milchstraße weit weniger leer ist, als wir dachten", erklärte Camargo.

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