Do, 19. Oktober 2017

Wieder Bestzeit

27.02.2015 12:09

Reichelt erneut Trainingsschnellster in Garmisch

Der Salzburger Hannes Reichelt war auch am Freitag im Abfahrtstraining der Ski-Herren in Garmisch-Partenkirchen der Schnellste. Wie bereits am Donnerstag markierte der amtierende Super-G-Weltmeister die Bestzeit.

Mit 1:58,66 Minuten lag Reichelt 0,32 Sekunden vor dem norwegischen Abfahrtsweltcup-Leader Kjetil Jansrud. Auf Rang drei landete der Franzose Johan Clarey (+0,67).

Trotz Schnitzer Bestzeit
Super-G-Weltmeister Reichelt, der 2011 in Garmisch-Partenkirchen Silber in dieser Disziplin gewonnen hatte, bestätigte damit sein gutes Verhältnis zur Kandahar-Piste. Trotzdem war er mit seiner Trainingsfahrt nicht ganz zufrieden. "Ich hatte doch einige Schnitzer, habe aber diesmal wenigstens kein Tor ausgelassen", bekannte der 34-Jährige, der vor einer Woche in der Abfahrt von Saalbach-Hinterglemm auf den dritten Platz gefahren war. "Aber wenn man im Training vorne ist, schaut das schon recht gut aus. Es gibt Selbstvertrauen wenn man weiß, dass man schnell ist."

Als schärfste Konkurrenten im Kampf um den Sieg bezeichnete Reichelt die "üblichen Verdächtigen", darunter natürlich den Saisondominator Jansrud sowie die französischen Speedfahrer. "Aber ich rechne auch mit Matthias Mayer. Nach dem Doppelsieg von Saalbach kommt er mit einer ganz breiten Brust hierher und die Kandahar liegt ihm", schob Reichelt die alleinige Favoritenrolle von sich.

Mayer "verschnupft"
Matthias Mayer, der am Donnerstag als Fünfter zweitbester Österreicher gewesen war, musste die Generalprobe für Samstag auslassen. Der 24-jährige Kärntner ist leicht angeschlagen, verzichtete auf einen Trainingsstart und blieb im Hotel. "Er hat einen 'Männerschnupfen'. Und man weiß ja, dass wir Männer viel mehr leiden als Frauen", kommentierte Reichelt schmunzelnd die gesundheitlichen Probleme seines Teamkollegen.

Max Franz, der eine Woche zuvor in Saalbach seinen ersten Weltcupsieg um nur zwei Hundertstel verpasst hatte, war am Freitag nur 20., damit dennoch viertbester ÖSV-Abfahrer. "Ich hatte bei der Einfahrt in den Tröglhang einen schweren Fehler. Aber ansonsten bin ich mit dem Training zufrieden, die Teilzeiten stimmen", sagte der Kärntner. Zweitbester Österreicher war Vincent Kriechmayr als 13., allerdings mit einem Torfehler. Romed Baumann fuhr auf Platz 19. Jansrud war in beiden Trainings Zweiter hinter Reichelt gewesen.

Wegen einer angekündigten Schlechtwetterfront in Oberbayern wurde das Abschlusstraining am Freitag um 75 Minuten auf 10.30 Uhr vorverlegt. "Eine gute Idee", kommentierte dies Baumann. "Trotzdem waren die Bedingungen brutal. Die Sicht war eine Katastrophe, ein reiner Blindflug und die Piste ist brutal rippig und ruppig."

Hirscher erst am Sonntag im Einsatz
Am Sonntag findet in Garmisch-Partenkirchen ein Riesentorlauf statt. Es ist erst der sechste in der Geschichte bei der 62. Auflage der Kandahar-Rennen. Bei diesem wird dann auch Weltcup-Leader Marcel Hirscher wieder am Start sein.

Der Weltcup-Titelverteidiger aus Salzburg führt vor der den beiden Rennen in Oberbayern 116 Punkte vor Jansrud. Deshalb gab Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher auch die Devise aus, die rot-weiß-roten Speed-Piloten möchten in der Abfahrt Jansrud doch so viel Zähler wie möglich abnehmen.

"Das brauchen wir nicht. Marcel wird auch ohne unserer Hilfe genügend Punkte machen", vertraut Reichelt aber seinem Salzburger Landsmann. "Wir schauen jetzt mal auf uns."

Für Reichelt, der im Abfahrts-Weltcup als Fünfter 172 Punkte Rückstand auf Leader Jansrud hat, kommt eine Aufholjagd im Abfahrtsweltcup jedoch zu spät. "Rechnerisch ist es noch möglich. Aber auf seiner Heimstrecke in Kvitfjell wird er sicher nicht zu schlagen sein." In Garmisch, Kvitfjell und dem Saisonfinale in Meribel (FRA) stehen noch drei Abfahrten auf dem Kalender.

Am Samstag steht in Garmisch die Weltcup-Abfahrt auf dem Programm, am Sonntag folgt ein Riesentorlauf.

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