Mi, 13. Dezember 2017

Felipe zieht Bilanz

27.02.2015 11:47

Die Tiroler akzeptieren den IG-Luft-100er

Auf drei erfolgreiche Monate mit dem IG-Luft-100er kann die Tiroler Landesregierung zurückblicken. Erklärte Ziele bei der Einführung am 21. November 2014 waren, mit dem Luft-100er einerseits die Schadstoffe in der Luft zu reduzieren und andererseits die Voraussetzung für die erfolgreiche Wiedereinführung des bereits zwei Mal vor europäischen Höchstgerichten aufgehobenen sektoralen Lkw-Fahrverbots zu schaffen. Ingrid Felipes Fazit: "Die Tiroler akzeptieren den 100er!"

"Der Luft-100er wirkt: Die Schadstoffbelastung sinkt momentan schneller, als unsere Prognosen bei der Einführung ergeben haben. Und mit unseren umfassenden Luftsanierungsmaßnahmen vom geförderten Heizkesseltausch über den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bis zur Umrüstungsförderung für Lkw sind wir für etwaige Klagen gegen das sektorale Lkw-Fahrverbot bestens gerüstet,", freut sich die zuständige LHStv. Ingrid Felipe von den Grünen.

Lufterholung voll im Plan

Die erste Analyse des Schweizer Instituts "ökoscience" ergibt, dass an den beiden stark belasteten Messstellen im Tiroler Unterland in Vomp und in Kundl die Stickstoffdioxid-Belastung um drei bis vier Mikrogramm pro Kubikmeter abgenommen habe. Die Entlastung ist stärker, als in den Prognosen, die von zwei bis drei Mikrogramm weniger Schadstoffen im Jahresmittel ausgegangen waren. Die Gründe dafür liegen einerseits an der stärkeren Wirkung in den Wintermonaten und andererseits darin, dass sich die AutofahrerInnen genauer an den permanenten Luft-100er halten, als das während der Tempo-100-Phasen des flexiblen Lufthunderters der Fall war. Diese beiden Faktoren sind je nach Jahreszeit und Fahrdisziplin der LenkerInnen variabel, die angestrebten zwei bis drei Mikrogramm Verbesserung durch den Luft-100er sollten in der Jahresbilanz unabhängig davon erreicht werden können.

Durchschnitts-Geschwindigkeit gesunken

Konkret waren Pkw in Vomp durch den Luft-100er unter Tags mit durchschnittlich 98,3 km/h unterwegs, beim flexiblen 100er war das Durchschnittstempo bei 101,3 km/h  gelegen und bei Tempo 130 bei 110,8 km/h. Diese an den Messstellen beobachtete hohe Fahrdisziplin deckt sich auch mit Messungen der Polizei, laut der auf den Luft-100er-Abschnitten nur drei bis vier Prozent der Autos zu schnell unterwegs sind, während sich üblicherweise rund 10 Prozent der LenkerInnen nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit halten. "Wir haben also die schnellere Erholung unserer belasteten Luft auch den Autofahrerinnen und Autofahrern zu verdanken, die den Luft-100er ernst nehmen. Das ist ein großer Beitrag für die Lebensqualität in diesem Land", so Felipe. Entwarnung kann das Land geben, was den von vielen AutofahrerInnen vermuteten Freifahrschein für ausländische LenkerInnen betrifft. Von den 2014 angefallenen Verkehrsstrafen für Pkw mit nicht-österreichischem Kennzeichen waren Ende Jänner bereits 82 Prozent eingetrieben. Das ist auf die gute internationale Kooperation der Strafbehörden zurückzuführen.

Strafgelder aus dem Ausland eintreiben

"Mir ist wichtig, dass sich alle gleichermaßen an den Luft-100er halten, denn wenn wir Solidarität mit den Menschen an der Autobahn einfordern, dann sollte das für alle gelten", sagt Ingrid Felipe. Es sei davon auszugehen, dass die Quote der tatsächlich eingetriebenen Strafen für ausländische Lenker in Zukunft weiter steige.

Erst der 100er, dann das Lkw-Fahrverbot

Heuer steht die Verordnung des sogenannten sektoralen Fahrverbots an, das Lkw mit bestimmten Gütern wie Holz, Müll und Schrott auf die Schiene zwingt. Die Aussichten für dieses sektorale Lkw-Fahrverbot, das bereits zwei Mal vom Europäischen Gerichtshof aufgehoben wurde, bewertet Ingrid Felipe als "deutlich gestiegen" an.

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