Di, 17. Oktober 2017

Martyrium zu Ende

27.02.2015 14:42

Gans „Mimi“ endlich von Dose im Schnabel befreit

Rund zwei Wochen lang scheiterten alle Versuche, eine Graugans beim Leopoldskroner Weiher in der Stadt Salzburg zu fangen, die sich nicht selbst von einer zerquetschten Dose im Schnabel befreien konnte. Die Sorge der Tierschützer war groß, dass der bereits abgemagerte Vogel, der liebevoll "Mimi" genannt wurde, verhungern könnte. Das Martyrium nahm am Freitag dann endlich ein Ende: Tierpfleger des Salzburger Zoos konnten die Gans per Hand einfangen, eine Tierärztin befreite das Tier danach von der Dose.

"Der Gans geht es den Umständen entsprechend gut", sagte Tiergartensprecherin Christine Beck-Graninger am Freitagnachmittag. "Sie pfaucht, wenn man in ihre Nähe kommt", freute sich Zootierärztin Miriam Wiesner über das kräftige Lebenszeichen der gefiederten Patientin. Die Red-Bull-Dose, die sich im Schnabel verfangen hatte, war von Wiesner entfernt worden, dazu musste die Gans in Narkose gelegt werden.

"Sie soll so schnell wie möglich zum Weiher zurückkehren"
Die nächsten Tage wird die Mimi zur Erholung in einem Stall im Zoo Salzburg bleiben. Für Besucher ist sie nicht zu sehen. "Die Gans wird hier aufgepäppelt und beobachtet. Die Verletzung wird hoffentlich problemlos abheilen. Sie hat wohl an Gewicht verloren, eine Todesgefahr bestand aber noch nicht. Sie soll so schnell wie möglich zum Weiher zurückkehren", sagte Wiesner.

Bei der Suche nach Futter dürfte Mimi die Dose in den Schnabel bekommen haben. Sie verkeilte sich und die Gans versuchte danach vergeblich, das ungeliebte Teil los zu werden, die "Krone" berichtete. Doch das Tier ließ sich auch nicht einfangen, trotz aller Bemühungen von Berufsfeuerwehr, Spezialisten des Tierparks sowie Passanten.

Am Freitag war das Leid der Gans dann endlich vorbei, und das gerade noch rechtzeitig, denn Mimi war bereits sehr abgemagert. Die Tierpfleger Christopher Köppl und Michael Gruber konnten Mimi mit bloßen Händen einfangen. "Sie haben ihr den Weg zum Wasser abgeschnitten. Die beiden waren schnell und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort", schildert die Tierärztin.

Spaziergänger wollten Fotos mit dem Tier
Die missliche Lage des Tieres schien für so manchen Spaziergänger allerdings keine Rolle zu spielen: Ein Bild mit der Dosen-Gans zu bekommen war das Ziel vieler Besucher am nicht mehr zugefrorenen Weiher. Die Schaulustigen erschwerten dadurch nicht nur die Rettungsversuche, sondern versetzten auch die anderen Graugänse der Gegend in Stress.

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