Di, 17. Oktober 2017

Richtig fördern

13.03.2015 10:35

Motorisches Geschick als Basis für die Entwicklung

Beweglichkeit und Geschicklichkeit sind wesentliche Fertigkeiten, die Kinder zur Bewältigung ihres Alltags brauchen. Defizite in diesen Bereichen haben nicht nur Auswirkungen auf die Leistungen im Sport, sondern auch auf viele andere Lern- und Leistungsbereiche.

Die körperliche Entwicklung eines Kindes hängt unmittelbar mit der geistigen Entwicklung zusammen. Kinder begreifen ihre Welt im wahrsten Sinn des Wortes: Das Wort "eckig" beispielsweise kann nur dann vollständig verstanden werden, wenn das Kind seine Erfahrungen mit Ecken, Kanten, Schachteln, Würfeln, Bausteinen usw. gemacht hat, weil es sonst die Eigenschaften mit dem Begriff nicht korrekt und vor allem umfassend verbinden kann.

Motorik als Grundlage
Eine Grundvoraussetzung für möglichst vollständiges Lernen ist daher die Ausbildung der motorischen Fähigkeiten: Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewichtsgefühl und Reaktionsgeschwindigkeiten fallen hierunter. Damit diese gut ausgebildet werden, müssen Kinder in erster Linie laufen und herumtollen dürfen. Zusätzlich sind Ballspiele, das Fahren mit Tretrollern, Eislaufen, Radfahren usw. wichtige Aktivitäten, die dem Kind helfen, seinen Körper so gut wie möglich zu beherrschen. Kinder sind dabei vor allem im Alter bis sechs Jahren besonders lernfähig und sollten daher schon früh mit Spiel und Spaß an körperliche Aktivität herangeführt werden.

Fingerspitzengefühl
Die Motorik bildet die Grundlage für feinmotorische Fähigkeiten: Babys und Kleinkinder bauen zunächst ihre grobmotorischen Fähigkeiten aus. Damit sind dann die Grundlagen geschaffen, um schrittweise die Feinmotorik auszufeilen. Darunter fallen alle Bewegungsfertigkeiten, die wir mit unserem Gesicht, unseren Fingern und Zehen ausführen. Die Bewegungen sind teils sehr klein und müssen präzise mit der richtigen Kraftdosis angewendet werden. Beispiele dafür sind etwa Schreiben, Malen und Zeichnen, Bastelarbeiten, aber auch scheinbar einfache Tätigkeiten, wie etwa das Binden einer Masche an den Schuhen, das Flechten von Haaren oder das Erlernen eines Instruments.

Die Feinmotorik wird schon im Kindergarten benötigt bzw. vorbereitend für die Schule gefördert: selbständiges Anziehen, deutliches Sprechen, Bastelarbeiten, Malen und Zeichnen. Spätestens beim Schreibenlernen zeigt sich die richtige Förderung in diesem Bereich, da Kinder, deren Feinmotorik gut gefördert wurde, wesentlich schneller schreiben lernen. Dies einfach deshalb, da das Kind sich nicht mehr mühevoll auf die Ausführung der Schreibbewegungen konzentrieren muss, sondern den übergeordneten Zusammenhängen besser folgen kann. Auch zeigt sich immer wieder, dass Kinder, die eine gut geschulte Feinmotorik haben, auch ein besser ausgeprägtes Selbstbewusst sein haben – sie merken, wie toll die Sachen sind, die sie schon selbst machen können, und treten dadurch in ihrem Umfeld stärker auf.

Die Feinmotorik sollte daher schon früh besonders gefördert werden. Das geht sehr gut mit einfachen Spielen: Plastilin ist beispielsweise hervorragend geeignet, um die Muskulatur und Beweglichkeit der einzelnen Finger zu trainieren. Die Kinder müssen einerseits Fingerkraft zum Kneten trainieren, andererseits wird ein Gefühl für Formen entwickelt. Auch das Auffädeln von Perlen auf eine Kette fällt in diese Kategorie, genauso wie Fingerknüpfen oder das Basteln von Freundschaftsbändern aus Wolle oder Loom-Bändern. Ebenso sind die klassischen Duplo- oder Legospiele perfekt, um die Kraftdosierung in den Fingern sowie die Auge-Hand-Koordination zu trainieren. Auch Balance-Spiele eignen sich sehr gut für die Schulung der Feinmotorik: Das Balancieren eines Tennisballs auf einem Kochlöffels ist hierfür ein Beispiel.

Beim Basteln und Malen lernt Ihr Kind am besten durch Nachahmung: Zerlegen Sie eine Bastelanleitung oder eine Zeichung in ganz kleine Schritte, die Ihr Kind leicht nachmachen kann. Sie malen einen Teil vor und Ihr Kind soll diesen eins zu eins nachmalen. Abwechslung, bunte Farben, Glitzerstaub und Glitzersteinchen sowie eine Vielfalt an unterschiedlichen Materialien ist bei den meisten Kindern ausreichend, um Begeisterung zu wecken. Seien Sie stolz auf das Ergebnis und zeigen Sie das auch, indem Sie Basteleien demonstrativ aufstellen und in die Arbeit mitnehmen. Das wird für Ihr Kind genug Motivation sein, um am Ball zu bleiben und immer besser werden zu wollen.

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