Sa, 16. Dezember 2017

Impfmüde Steirer

26.02.2015 08:04

Masern ist kein Kinderspiel

Der tragische Todesfall eines Kindes mit Masern hat die Impfdiskussionen wieder aufflammen lassen – wir haben Prof. Egon Marth, Ex-Vorstand des Hygieneinstituts und Impf-Experte, gefragt, wie gefährlich Masern wirklich sind, welche Argumente der Impfgegner trumpfen und wie sich Migranten in die Situation fügen.

Masern war doch immer eine der Krankheiten, die man als Kind halt so hat…
"… Und es ist die schwerste Krankheit, die ein Kind mitmachen kann. Das Immunsystem wird dabei so zerschlagen, wie es HIV macht, damit haben eindringende Bakterien leichtes Spiel. Jedes 1000. erkrankte Kind stirbt, bei einem Drittel bleiben Schäden, nur ein Drittel wird ganz gesund.“

Wie schaut es da mit der Impfmoral der Steirer aus?
"Die lässt in allen Bereichen massiv nach. Nur weil Krankheiten aus dem Gesichtsfeld verschwunden sind, man die Dramen nicht erlebt, heißt es nicht, dass es die Krankheiten nicht mehr gibt. Ganz unsozial ist es auch zu denken: `Es sind eh die anderen geimpft, das ist auch mein Schutz‘. Herdenimmunisierung, also den Schutz aller, erreicht man erst mit hoher Impfquote.“


Könnte Impfmüdigkeit, die man ja in allen Bereichen beobachtet, auch mit dieser ständigen Hysterie erklären? Also mit angekündigten Katastrophen, die im Endeffekt nicht eintreffen, wie bei der Schweinegrippe?
"Da gab es durchaus schwer Erkrankte, so harmlos war das jetzt nicht! Aber natürlich bleibt das im Kopf mancher so hängen."

Die Impfgegner haben teils aber auch keine unschlüssigen Argumente. Etwa: dass Kinderlähmung nicht durch die Impfung in den Griff bekommen wurde, sondern dadurch, dass sich die Ernährung verbessert hat. Oder dass die steigende Zahl an Autismus Erkrankter durch Impfungen erklärbar sei.
"Das wurde wissenschaftlich längst widerlegt, auch der immer wieder ins Treffen geführte Anstieg von Allergien. Vielmehr gibt es einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Wir haben jetzt zum Beispiel Biotope und daraus resultierende Mückenarten, die es früher nur in den Tropen gab.“

Welche Rollen spielen Migranten beim Thema?
"Das ist ein Thema, auf das ich seit 20 Jahren hinweise. Da werden wir schon teils mit Keimen konfrontiert, die wir sonst nicht haben.“

Was raten Sie Impfmüden?
"Dass sie mittels Titer – kann der Hausarzt veranlassen, ist aber kostenpflichtig – exakt feststellen lassen, wo ihnen Schutz fehlt. Und sich über die Vorteile informieren.“

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