So, 22. Oktober 2017

"Operation Greenup"

24.02.2015 17:39

Agenten-Thriller vor dem Kriegsende in Tirol

Vor 70 Jahren, in der mondlosen Nacht des 26. Februar 1945, setzt ein US-Bomber in den Stubaier Alpen drei Männer ab. Unter dem Decknamen "Operation Greenup" beschafften sie kurz vor Kriegsende wichtige Informationen für die Alliierten. Ein Film, Donnerstag im ORF Tirol Studio 3 präsentiert, erinnert daran.

Bei diesen drei Agenten einer Spezialeinheit der U.S. Army für Spionage und Sabotage handelte es sich um den desertierten Tiroler Wehrmachtsoffizier Franz Weber und zwei jüdische Emigranten. Ihr Auftrag lautete, alles Wissenswerte aus Tirol an das Hauptquartier im italienischen Bari zu funken. Beispielsweise erfuhren die Agenten zwei Monate später, wo und wann 26 Züge mit Kriegsmaterial nach Italien fahren würden – Luftangriffe zerstörten daraufhin die Transporte! Auch zum Mythos "Alpenfestung" konnten die Männer realistische Schilderungen liefern.

Eingeschleust in Oberperfuss

Zurück zum Februar 1945: Franz Weber schleuste sich und seine Kameraden in seiner Heimatgemeinde Oberperfuss ein. Viele Bewohner des Ortes, vor allem die Frauen, wussten über Identität der Männer Bescheid und versteckten und versorgten sie trotz höchster Lebensgefahr. Eine Krankenschwester stahl etwa aus einem Lazarett eine deutsche Uniform zu Tarnung. Diese Mission könnte Quentin Tarantino als historische Vorlage für seinen Film "Inglorious Basterds" gedient haben.

Donnerstag Filmpräsentation im ORF

Donnerstag (26. 2., 19.30 Uhr, Eintritt frei) im Tiroler ORF Studio 3 wird hingegen die kanadische Dokumentation "The Real Inglorious Bastards" präsentiert und danach diskutiert. Der Film beleuchtet diese "Operation Greenup". Sie endete damit, dass einer der jüdischen Agenten (Fred Mayer) entdeckt wurde. In der letzten Kriegsphase konnte er aber mit Gauleiter Franz Hofer die Übergabe Innsbrucks "aushandeln". Ein Stück Tiroler Zeitgeschichte . . .

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