Fr, 15. Dezember 2017

Tiroler verurteilt

24.02.2015 16:27

Zwei Banker plünderten die Konten betagter Kunden

Es war ein Verhandlungsmarathon, der Dienstag in Innsbruck mit Schuldsprüchen endete. Ein Schöffensenat sah es als erwiesen an, dass zwei ehemaliger Tiroler Banker die Kunden von betagten Kunden plünderten. Die beiden, die sich unschuldig sahen, bekamen je 2 Jahre Haft (16 Monate bedingt). Nicht rechtskräftig.

Es war ein schwerer Vorwurf, den die Innsbrucker Staatsanwaltschaft gegen zwei ehemaliger Banker eines renommierten Tiroler Kreditinstituts erhoben. Die beiden Angeklagten (62, 46) sollen massiv Gelder von älteren Kunden abgezweigt haben. Entweder in dem sie ihnen zur Einzahlung übergebenes Geld einbehielten oder immer wieder Beträge von Sparbüchern abhoben. Man hoffte wohl, dass die betagten Kunden ohnehin keinen Überblick mehr hatten, vergesslich waren oder dass nach deren Tod die Gelder auf den Nummer-Sparbüchern niemandem abgehen würden.

Banker plädierten auf "nicht schuldig"

Die beiden Banker bekannten sich nicht schuldig und so musste in zig Stunden Verhandlungen jedes Details aufgearbeitet werden. Doppelt schwierig, da die Vorfälle zum Teil schon Jahre zurück liegen, zum Teil Betroffene bereits gestorben waren.

Urteil nach zig Stunden Verhandlungen

Vergangenen Freitag wurde das Beweisverfahren beendet. Danach grübelte der Schöffensenat unter Richter Thomas Dampf stundenlang, um zu einem Ergebnis zu kommen. Dienstag Mittag wurde das Urteil verkündet: Schuldig – aber nicht in allen Punkten der Anklage. Die beiden wurden zu je zwei Jahren Haft verurteilt, ein Teil davon (16 Monate) aber auf Bewährung verhängt. "Bei derartigen Taten, bei denen die Opfer betagt sind und an ihrem Lebensabend stehen, kann es nur unbendigte Haftstrafen geben", begründete Dampf. Er schloss aber die Möglichkeit einer Fußfessel nicht aus. Beide erbaten Bedenkzeit.

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