Mo, 23. Oktober 2017

Extrem radikalisiert

24.02.2015 06:24

Europol kennt Identität von 3.000 Dschihadisten

Die europäische Polizeibehörde Europol kennt nach eigenen Angaben die Identität von 3.000 europäischen Dschihadisten, die in Syrien und im Irak gekämpft haben. Die Mehrzahl von ihnen habe sich in extremer Form radikalisiert und könnte bei ihrer Rückkehr Anschläge verüben, warnte Europol-Direktor Rob Wainwright nach Angaben der Online-Ausgabe der spanischen Zeitung "El Pais".

Die tatsächliche Zahl der Dschihadisten dürfte über 5.000 betragen. Es handle sich dabei um teils unabhängig voneinander agierende Kämpfer, die man nur durch eine Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten und Anti-Terror-Einheiten innerhalb der EU stoppen könne, so Wainwright.

Die gewalttätigen Gruppen seien heute viel professioneller und wüssten die "Tiefen" des Internet zu nutzen, wo sie von der Polizei nur schwer aufgespürt werden könnten, so der Europol-Chef. Er forderte deshalb eine systematische Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Man beginne bereits zu wissen, welche Gruppen Kämpfer rekrutierten, wer zahle und wer sie nach Syrien einschleuse.

"Dschihad-Mädchen wissen, was sie erwartet"
Viele dieser Kämpfer kämen aus Problemgruppen, Banden, zerrütteten Familien oder heruntergekommenen Wohnvierteln, sagte Wainwright. Die Mehrheit der Dschihadisten sei jung und männlich, es gebe aber auch immer mehr Frauen, die sich der Terrormiliz IS anschlössen.

"Das sind Mädchen, die wissen, was sie erwartet. Sie reisen nicht mit falschen Vorstellungen. Wenn sie soweit sind, ist ihnen klar, dass es ihr Schicksal ist, mit einem Dschihadisten verheiratet zu werden, und dass sie ihre Freiheit, die sie bisher genossen haben, verlieren", so Wainwright. Vom psychologischen Standpunkt aus sei dies eine "komplexe Situation".

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