Mo, 20. November 2017

Verhärtete Fronten

23.02.2015 13:15

Ukraine: Gefechte verhindern Abzug schwerer Waffen

Der vereinbarte Abzug schwerer Waffen von der Front in der Ostukraine kommt nicht voran. Die Armee schloss vorerst einen Positionswechsel aus, da die Aufständischen die Feuerpause missachten würden, hieß es am Montag aus Kiew. Die prorussischen Rebellen wiesen die Vorwürfe zurück: Die "Volkswehr" reagiere nur auf "Provokationen", sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin in Donezk.

Nach Angaben des Militärs sind die Rebellenangriffe deutlich zurückgegangen, doch würden die ukrainischen Positionen noch immer beschossen. Der Abzug könne erst starten, wenn die Waffen einen ganzen Tag lang geruht hätten, sagte Militärsprecher Anatoli Stelmach. Bassurin machte für die Verzögerung des Waffenrückzugs der Aufständischen "logistische Gründe" verantwortlich. "Bisher rechnen wir damit, am 24. Februar mit dem Abzug zu beginnen."

Der Abzug schwerer Waffen ist Teil des Friedensabkommens, das die Konfliktparteien am 12. Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk geschlossen hatten. Am Wochenende haben die beiden Seiten eine weitere Vereinbarung unterzeichnet sowie Gefangene ausgetauscht und damit Hoffnungen auf eine Entspannung geweckt. Bassurin schloss am Montag einen baldigen erneuten Austausch nicht aus. "Wir haben noch mehr als 100 Gefangene", sagte der Separatistensprecher.

Fahndung nach Anschlag in Charkow
Indes suchen Spezialkräfte nach dem Bombenanschlag mit mindestens zwei Toten am Sonntag in Charkow, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, weiter nach den Hintermännern. Vier festgenommene Mitglieder der prorussischen Vereinigung "Charkower Partisanen" hätten nach ersten Erkenntnissen zwar nichts mit der Tat zu tun, teilte der Geheimdienst mit. Allerdings sei einer der Männer in der russischen Stadt Belgorod mit Plänen, Geld und einem Raketenwerfer für Angriffe auf Treffpunkte von regierungstreuen Kräften ausgestattet worden. In einer Mitteilung wies die Gruppe die Vorwürfe zurück.

Bei dem Anschlag auf einen Marsch von etwa 300 proukrainischen Demonstranten waren bei der Explosion eines ferngezündeten Sprengsatzes auch elf Menschen verletzt worden. Präsident Petro Poroschenko kritisierte den Anschlag als Versuch, den "Einflussbereich des Terrorismus" auszudehnen. "Die Verantwortlichen werden zur Verantwortung gezogen und eine harte Antwort bekommen", so der Staatschef.

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