Do, 14. Dezember 2017

Tote und Verletzte

22.02.2015 20:17

Ukraine: Anschlag überschattet Maidan-Gedenkfeiern

In der Ukraine ist das Gedenken an die Opfer der Maidan-Proteste vor einem Jahr von einem Anschlag in Charkow überschattet worden. Während des "Marschs der Würde" wurden in der ostukrainischen Millionenstadt am Sonntag bei einer Explosion zwei Menschen getötet und ein Dutzend weitere verletzt. Vier Tatverdächtige wurden kurze Zeit später festgenommen, zahlreiche Waffen sichergestellt, teilten die Behörden mit.

Der Zwischenfall in Charkow ereignete sich während des "Marsches der Einheit", einer Gedenkveranstaltung für Soldaten, die gegen prorussische Separatisten kämpfen. Augenzeugen sagten dem Fernsehsender "112", die Opfer seien bei dem Gedenkmarsch in den vorderen Reihen gegangen.

Der offenbar selbst gebaute Sprengsatz sei aus einem fahrenden Auto in die Menschenmenge geworfen worden, teilte die Staatsanwaltschaft unter Berufung auf Augenzeugen mit. Der Staatsanwalt Juri Daniltschenko sagte, ein Polizist sei unter den Toten, auch vier seiner Kollegen seien verletzt worden. Die Polizei bezeichnete die Tat als Terroranschlag, ohne nähere Angaben zu machen.

Geheimdienst: Waffen und Anweisungen aus Russland
Nach dem Anschlag begannen Spezialeinheiten mit einer "Anti-Terror-Operation" in der Millionenstadt und vermeldeten kurze Zeit später einen ersten Erfolg: "Vier Beteiligte an der Sprengung wurden festgenommen und zahlreiche Waffen, darunter ein Granatwerfer, sichergestellt", teilte der Sicherheitsrat in Kiew örtlichen Medien zufolge mit. Laut einer Sprecherin des ukrainischen Geheimdiensts SBU hatten die Täter mit ukrainischer Staatsbürgerschaft Waffen und Anweisungen für die Tat aus Russland erhalten.

Charkow liegt in einem Gebiet, das die ukrainische Armee unter Kontrolle hat. Im Jänner waren dort bei einer Granatenexplosion inmitten einer Gruppe von Nationalisten mehrere Menschen verletzt worden. Behördenvertreter machten damals prorussische Separatisten dafür verantwortlich.

"Marsch der Würde" in Kiew
In der Hauptstadt Kiew versammelten sich am Sonntag Tausende Menschen, um an die Opfer der Proteste zu erinnern, die vor einem Jahr zum Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt hatten. Im Zentrum der Millionenstadt waren damals mehr als 100 Menschen getötet worden.

Auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, der frühere polnische Ministerpräsident Donald Tusk und andere ausländische Politiker nahmen an dem Gedenken teil. Gauck sagte, die Menschen seien "aus Stolz und Demut und Trauer" gekommen. Es seien Menschen, "die nach Europa wollen" und "die unseren Werten vertrauen".

Zu Ehren der Toten, die bei den Straßenkämpfen um den Unabhängigkeitsplatz in den Tagen vor dem Sturz Janukowitschs getötet worden waren, stellten die Politiker Kerzen auf. Bundespräsident Heinz Fischer nahm nicht an der Veranstaltung teil.

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