Mo, 23. Oktober 2017

Aus Arrest geflohen

22.02.2015 09:27

Jemens Ex-Präsident: „Illegitimer Machtwechsel“

Jemens abgesetzter Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi ist aus seinem Hausarrest in der Hauptstadt Sanaa entflohen. Der von den Houthi-Rebellen zum Rücktritt gezwungene Staatschef sei am Samstag in die südliche Hafenstadt Aden gereist, sagte ein Mitarbeiter des Präsidenten der Nachrichtenagentur AFP. In einer Erklärung sprach Hadi den Houthi die Legitimität ab und erklärte, er werde versuchen, sein Amt wiederzuerlangen.

In der Erklärung, die Hadi offiziell als Präsident abgab, nannte er alle von den Houthi getroffenen Maßnahmen "nichtig und illegitim". Hadi forderte die internationale Gemeinschaft auf, den "Staatsstreich" der Miliz zurückzuweisen.

Hadi: Militär soll Befehle der Rebellen nicht befolgen
Zivile und militärische Einrichtungen sollten die Entscheidungen der Verfassungsorgane befolgen und diese schützen, allen voran die Armee und Sicherheitskräfte, erklärte Hadi. Eine Nationalkommission solle in Aden oder Taiz tagen, so lange bis Sanaa wieder "eine sichere Hauptstadt für alle Jemeniten" sei und dort den Prozess der Ausarbeitung einer neuen Verfassung beaufsichtigen.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, Hadi sei in einem Konvoi Dutzender Fahrzeuge über die drittgrößte Stadt Taiz nach Aden gereist. Er werde in der Residenz des Präsidenten im Diplomatenviertel von Aden wohnen. Die Hafenstadt ist Hadis Heimatstadt und die meisten Truppen und Milizen in der Region sind ihm treu ergeben. Hadis frühere Informationsministerin Nadia Saqqaf begrüßte am Samstag dessen Ankunft in Aden als Wendepunkt im Machtkampf mit den Houthi-Rebellen.

Örtliche Milizen und Al-Kaida leisten Rebellen Widerstand
Die Rebellen hatten Sanaa im September weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht und anschließend ihre Macht auch auf weitere Städte ausgedehnt. Im Jänner nahmen die Houthi-Milizen auch den Palast des Präsidenten ein und belagerten die Residenz des Staatschefs. Beim Versuch, auch weitere sunnitische Gebiete im Süden und Westen des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen, stießen sie aber auf den Widerstand örtlicher Milizen und der Extremistengruppe Al-Kaida.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).