Mi, 22. November 2017

Operation in Syrien

22.02.2015 16:26

Türkische Armee brachte Soldaten in Sicherheit

Die Türkei hat in der Nacht auf Sonntag knapp 600 Elitesoldaten zur Befreiung von Kameraden aus einer von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat belagerten Exklave in das Nachbarland Syrien geschickt. Der Einsatz sei erfolgreich verlaufen, teilte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu auf Twitter mit. Ein Soldat starb laut dem Generalstab bei einem Unfall während der Evakuierung. Das syrische Außenministerium verurteilte den Einsatz und sprach von einer "Aggression gegen syrisches Gebiet".

Die Operation wurde wegen einer weiteren Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region gestartet. Die Grabstätte des Großvaters von Osman I., dem Begründer des Osmanischen Reichs, liegt rund 25 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt. Die Region ist gemäß einem Abkommen aus dem Jahr 1921 türkisches Territorium und wurde von der Gruppe türkischer Soldaten bewacht.

Überreste Suleiman Shahs in die Türkei gebracht
Regierungschef Davutoglu sagte, "die Reliquien" aus der Grabstätte seien vorübergehend in die Türkei gebracht worden und sollten in den kommenden Tagen an einem abgesicherten Ort in Syrien beigesetzt werden. Ankara hatte bereits vor dem Einsatz gewarnt, dass das Mausoleum türkisches Hoheitsgebiet sei und die Armee bei Gefahr eingreifen werde. Die Türkei betonte aber auch, das Grabmal selbst sei von den Dschihadisten nicht besetzt worden.

Historische Moschee im Westirak gesprengt
Allerdings lehnen der IS und andere Extremistengruppen die Verehrung von Gräbern als Götzendienst ab. Sie haben daher bereits eine Reihe von Gräbern und Moscheen in ihrem Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak zerstört. Erst am Samstag war bekannt geworden, dass die Dschihadistenmiliz vor Kurzem eine historische Moschee im Westirak in die Luft gesprengt hatte.

Syrien spricht von türkischer Aggression
Syrien verurteilte unterdessen den Einsatz der türkischen Armee. "Die Türkei begnügt sich nicht damit, den Banden des Islamischen Staats, der Al-Nusra-Front und anderen Terrorgruppen wie Al-Kaida jede mögliche Form der Unterstützung zu gewähren, sondern hat nun auch in der Früh eine unverhohlene Aggression gegen syrisches Gebiet geführt", hieß es aus Regierungskreisen. Das syrische Konsulat sei zwar am Vorabend informiert worden, doch habe Ankara eine Zustimmung Syriens nicht abgewartet.

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