So, 19. November 2017

WM-Normalschanze

21.02.2015 18:15

Stefan Kraft erobert Bronze , Gold an Rune Velta

Stefan Kraft hat im ersten Skisprung-WM-Bewerb der Herren die Ehre des ÖSV-Teams gerettet. Der 21-jährige Salzburger eroberte am Samstag bei den nordischen Titelkämpfen in Falun mit Bronze von der Normalschanze das zweite Edelmetall für Österreichs Delegation nach dem dritten Rang von Daniela Iraschko-Stolz. Damit wurde die 2007 begonnene ÖSV-Serie mit Medaillen auf dem kleinen Bakken prolongiert. Den Medaillen-Sprung von Stefan Kraft sehen Sie oben im Video. Der Sieg ging überraschend an den Norweger Rune Velta, Severin Freund holte Silber.

"Dass ich schon auf der kleinen Schanze eine Medaille mache, ist so cool, ich freue mich riesig", jubelte Kraft, dem zwei Sprünge auf 95 Meter gelangen. "Ich habe voll riskiert, aber die anderen sind auch super gesprungen, mehr war nicht drinnen."

Erste WM-Medaille
Einige Wochen nach dem Tourneesieg holte Kraft damit auch erstmals Edelmetall bei einem Großereignis. Als Halbzeit-Zweiter hatte er am Ende 4,4 Punkte Rückstand auf Überraschungs-Champion Rune Velta. Der Norweger (zweimal 95,5) krönte sich 0,4 Punkte vor dem deutschen Skiflug-Weltmeister Severin Freund (95,5/96) zum Nachfolger seines Landsmanns Anders Bardal. Krafts Edelmetall war mit 5,6 Punkten vor dem vierfachen Saisonsieger Roman Koudelka (CZE) aber gut abgesichert.

Damit haben die ÖSV-Skispringer auf der Normalschanze zum fünften Mal in Serie WM-Edelmetall geholt. Seit 2007 hatte es zweimal Gold durch Thomas Morgenstern (2011) und Wolfgang Loitzl (2009), zweimal Silber durch Gregor Schlierenzauer (2009 und 2013) sowie Bronze durch Morgenstern (2007) gegeben.

Nächste Chance im Mixed-Bewerb
Die Medaille sei eine schöne Draufgabe nach der Tournee, freute sich Kraft, der am Sonntag im Mixed-Teambewerb eine weitere Medaillenchance hat. "Da können wir locker drauflos springen", meinte der zweifache Saisonsieger. Er wird gemeinsam mit Michael Hayböck, Iraschko-Stolz und Jacqueline Seifriedsberger antreten.

Hayböck erhielt den Vorzug vor Gregor Schlierenzauer, der wie Seifriedsberger 2013 am Gewinn von WM-Silber im damals neuen Bewerb beteiligt war. Cheftrainer Heinz Kuttin begründete die Wahl mit der Konstanz Hayböcks in dieser Saison und dessen Steigerung am Samstag. "Er hat im zweiten Durchgang gezeigt, dass er sein Gefühl gefunden hat."

Kraft hatte schon im Training Selbstvertrauen ausgestrahlt und war als einziger Österreicher sehr gut mit der schwierig zu springenden Schanze zurechtgekommen. Er hatte sogar den für ihn als Weltcup-Zweiten nicht obligatorischen Qualifikationssprung am Vortag ausgelassen und bewies im Wettkampf als einziger ÖSV-Athlet Stärke.

Restliche ÖSV-Adler weit zurück
Hayböck (87/90,5 m) klassierte sich 0,6 Punkte vor Schlierenzauer (89/88,5) an der 21. Stelle, Thomas Diethart (88/89,5) musste sich mit dem 27. Platz begnügen. Vor dem ÖSV-Trio lag u.a. sogar der finnische Altmeister Janne Ahonen.

Für Hayböck lief es auch nach dem Trainingslager in Villach auf der kleinen Schanze vorerst nicht nach Wunsch. "Bisher bin ich nicht zufrieden, hoffentlich gelingt mir am Sonntag wieder so eine Steigerung wie vom ersten auf den zweiten Durchgang", meinte der WM-Debütant aus Oberösterreich.

Schlierenzauer war auf dem kleinen Bakken zweimal WM-Zweiter, in Falun kam er nicht wie erhofft zurecht. Der 25-Jährige verpatzte den ersten Sprung, der zweite gelang ihm besser. "Der ist mir vom Tisch her schwer in Ordnung vorgekommen. Aber von der 90-m-Schanze muss einfach alles zusammenstimmen", meinte der Tiroler. Diethart musste eingestehen, dass ihm die Schanze nicht liegt.

Kuttin freute sich über den positiven Ausgang für sein Team. "Man hat gesehen, wie schwierig es ist, dass man ganz vorne dabei ist. Stefan hat eine Topleistung gebracht, wir sind sehr glücklich."

WM-Titel überraschend an Skiflieger Velta
Velta war bisher eher als Skiflieger aufgefallen, er war eine Woche zuvor Vierter in Vikersund gewesen. Noch ohne Weltcupsieg und als Debütant zur WM gekommen, zeigte der Schützling des Tiroler Trainers Alexander Stöckl aber groß auf. Rang zwei in Willingen war sein bisher bestes Saisonresultat gewesen, am Samstag sorgte er im siebenten Bewerb schon für die vierte WM-Goldmedaille Norwegens.

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