Mi, 22. November 2017

Vorkämpferin

20.02.2015 20:56

Iraschko-Stolz flog mit Geduld zu 2. WM-Medaille

Daniela Iraschko-Stolz hat viel Geduld beweisen müssen in ihrer Skisprung-Karriere. Als ihr Sport endlich auf die höchste Ebene gehoben wurde, holte sie mit 27 Jahren in Oslo WM-Gold, nach einem Kreuzbandriss kam 2014 Olympia-Silber hinzu. Mit 31 steht die gebürtige Steirerin nun auch vor dem Gewinn des Weltcups, ihres größten Zieles. Bronze in Falun war mehr als eine schöne Draufgabe.

Die quirlige Wahl-Innsbruckerin ist eigentlich alles andere als geduldig. Auch mit der Aufwertung ihrer Sportart konnte es ihr nicht rasch genug gehen. Iraschko engagierte sich als Vorkämpferin und trug dazu bei, dass 2011/12 endlich ein Weltcup eingeführt wurde. Zehn Siege buchte die geprüfte Vermögensberaterin seither auf ihr Konto, allein fünf in der laufenden Saison.

Mit der Aufnahme der Skisprung-Damen ins Olympia-Programm sah sie ihre Mission als erfüllt an. "Ich möchte jetzt das Leben als Profisportler einfach einmal genießen", sagte Iraschko-Stolz, die seit 31. August 2013 mit ihrer Partnerin Isabel verheiratet ist. Dadurch sei sie ruhiger geworden, sagen ihre Betreuer.

"Eine Vollblutsportlerin, die ihren Freiraum braucht"
"Daniela ist eine Sportlerin und eine Persönlichkeit, die aus sich immer das Maximum herausholen will. Manchmal muss man sie auch bremsen", beschrieb Trainer Harald Rodlauer die Athletin, die er später zu Silber bei den Winterspielen in Sotschi führen sollte."Sie ist eine Vollblutsportlerin, die ihren Freiraum braucht", sagt ihr aktueller Coach Andreas Felder.

Als junge Springerin war die Stams-Absolventin mit flotten Sprüchen, bunt gefärbtem Haar und Schlagfertigkeit in Erscheinung getreten. "Ich wollte irgendwie einzigartig sein und mir gefällt auch, wenn man ein bisserl auffällt", erklärte sie damals.

Einzigartig war die am 21. November 1983 geborene Iraschko auch schon in jungen Jahren in Eisenerz, wo sie den Skilanglauf bald als "zu langweilig" empfand und als einziges Mädchen in einer Gruppe von Buben versuchte, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. "Mach lieber etwas Anderes", rieten ihre Eltern, doch mit elf Jahren setzte sie ihren Wunsch durch und sprang unter Trainer Rodlauer bald von den Schanzen.

Von zahlreichen Blessuren geplagt
"Jetzt gehe ich nach Stams und dann fahre ich zu Olympia", kündigte sie nach der Hauptschule an. Nicht ahnend, dass sie bis dahin noch viele Hindernisse würde überwinden müssen. Die engagierte Fußballerin von Wacker Innsbruck erlitt als arrivierte Springerin mehrfach Blessuren. Doch sie überwand einen Kapseleinriss im Knie kurz vor der so erfolgreich bestrittenen WM in Oslo ebenso wie einen Kreuzbandriss, der 2013 ihr WM-Antreten als Titelverteidigerin verhinderte.

Seit einem neuerlichen Eingriff im linken Knie Ende Februar 2014 wegen einer Meniskusverletzung ist die 31-Jährige aber frei von Beschwerden. "Natürlich ist es nicht mehr so wie mit 15 Jahren. Aber ich kann alles tun, kann Fußball spielen und habe keine Rückenprobleme. So schlimm kann es also nicht sein", sagte Iraschko-Stolz in Falun. Als einzige Maßnahme nach den Blessuren springt sie zur Vorbeugung mit einer Schiene am Knie.

Als erste Frau 200-m-Marke überflogen
Daher ist die "Grande Dame" des Skispringens auch immer noch bereit für ganz weite Flüge. Im Jänner 2003 überflog sie auf der Kulm-Schanze als erste Frau die 200-Meter-Marke. Und am 13. März will Iraschko-Stolz beim Finale auf der Holmenkollen-Großschanze in Oslo den so ersehnten Weltcupsieg fixieren. Am liebsten mit einem weiteren Erfolg.

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