Sa, 25. November 2017

Erster Jahrestag

20.02.2015 15:55

Gedenken am Maidan: Wut und Trauer in der Ukraine

Zahlreiche Ukrainer haben am Freitag in Kiew der fast 100 Toten gedacht, die bei den proeuropäischen Massenprotesten vor einem Jahr erschossen worden waren. Viele verharrten weinend und sich bekreuzigend vor den Fotos der Toten, welche die "himmlischen Hundert" genannt werden. Auf dem Maidan-Platz gab es eine Andacht, vor einem Denkmal sangen etwa 100 Menschen patriotische Lieder.

In die Trauer mischte sich Wut darüber, dass auch ein Jahr nach der Gewalteskalation die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen worden sind. Die tödlichen Schüsse sollen Sicherheitskräfte des damals noch amtierenden Präsidenten Viktor Janukowitsch abgefeuert haben, aber auch gewaltbereite Demonstranten selbst gerieten in den Verdacht. Nur zwei einfache Bereitschaftspolizisten sind angeklagt und warten auf ihren Prozess.

"Noch immer ist niemand bestraft"
"Ein Jahr ist vorüber, und noch immer ist niemand bestraft", sagte etwa Jaroslaw Selenko, ein 57-jähriger Geschäftsmann. "Und die Beweise verschwinden oder werden zerstört." Die Familien der Getöteten konzentrierten sich bei einer Pressekonferenz auf das Gedenken. "Das Herz meines Vaters schmerzte für die Ukraine", sagte Wolodymyr Bondarschuk. "Für uns ist es wichtig, dass sein Opfer nicht vergebens war."

Die Eskalation der Gewalt nach den monatelangen Protesten führte schließlich zum Sturz Janukowitschs. Doch der Machtwechsel in Kiew brachte dem Land keine Ruhe, den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten fielen inzwischen Tausende Menschen zum Opfer.

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