Fr, 24. November 2017

Bis zu 1.000 km groß

21.02.2015 08:01

Riesige Wolke am Mars lässt Forscher rätseln

Auf dem Mars habe Astronomen riesige, hoch aufragende Dampf- oder Rauchfahnen entdeckt. Die wolkenartigen Strukturen dehnen sich bis zu einer Höhe von etwa 250 Kilometern über der Oberfläche des Roten Planeten aus und überragen damit die bekannten, gewöhnlichen Marswolken. Ihre Herkunft und Entstehung stellt die Forscher vorerst vor ein Rätsel.

Ein internationales Forscherteam hat das Phänomen genau vermessen und sucht nun Erklärungen dafür. Weder Eiskristalle oder Staub noch Polarlichter könnten die mysteriösen Gebilde nach derzeitigen Kenntnissen eindeutig erklären, schreibt die Gruppe um Agustin Sanchez-Lavega von der Universität des Baskenlandes in Bilbao (Spanien) im Fachjournal "Nature".

Die bekannten Marswolken aus Kohlendioxid- oder Wassereiskristallen reichen bis auf eine Höhe von 100 Kilometern, seine Staubwolken kommen bis auf 60 Kilometer über der Oberfläche. Polarlichter seien bisher bis in eine Höhe von rund 130 Kilometern beobachtet worden, so die Wissenschaftler.

Gebilde mit offenbar zyklischem Verhalten
Bereits am 12. März 2012 entdeckten Amateurastronomen die Rauch- oder Dampffahnen auf der Südhalbkugel des Roten Planeten. In den folgenden zehn Tagen wurden sie immer wieder an derselben Stelle am Marsmorgen beobachtet, nie jedoch am Marsabend. Daraus schließen Sanchez-Lavega und seine Kollegen, dass sich diese Gebilde rasch verändern und ein zyklisches Verhalten aufweisen.

Vom 6. bis 16. April 2012 wurde eine ähnliche Erscheinung an etwa derselben Stelle beobachtet. Das Team maß bei der Formation eine Ausdehnung von bis zu 1.000 Kilometern sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung. Die Forscher sichteten auch frühere Aufnahmen des Roten Planeten und fanden ein Foto des Weltraumteleskops "Hubble" vom 17. Mai 1997 (kleines Bild), das ein ähnliches Phänomen zeigt. Diese Aufnahmen wurden neben den Bildern von 2012 in die Analyse einbezogen.

Beobachtungen stellen Forscher vor Rätsel
Mit Simulationen von Umwälzungen in der bisher bekannten Marsatmosphäre konnten Sanchez-Lavega und Kollegen die Beobachtungen bisher nicht eindeutig erklären. Am besten passen ihnen zufolge Wassereispartikel einer Größe von etwa 100 Nanometern (Millionstel Millimetern) - allerdings müsste die Temperatur in der höheren Atmosphäre dann etwa 50 Grad Celsius niedriger sein als bisher bekannt. Bei Kohlendioxideis wären es sogar 100 Grad.

Auch die vermuteten Polarlichter müssten tausendmal so hell sein wie ihre Pendants auf der Erde. Weitere Beobachtungen seien erforderlich, um die Ursache einzugrenzen, schreiben die Forscher im Fachjournal "Nature".

Wolkenformationen auf vielen Planeten
Auf vielen Planeten und Monden unseres Sonnensystems gibt es Wolkenformationen. Am bekanntesten ist der "große rote Fleck" des Jupiters: Es handelt sich um einen riesigen Wirbelsturm in einer Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium, Ammoniak, Methan und anderen Stoffen.

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