Sa, 21. Oktober 2017

Bei FIFA-Übernahme

19.02.2015 15:52

Figos Wahlzuckerl: WM-Reform, mehr Geld für Jugend

Mit einem verlockenden Angebot an kleinere Nationen hat der frühere Weltfußballer Luis Figo den Wahlkampf um das Amt des Präsidenten im Weltverband FIFA eröffnet. Bei der Präsentation seiner Kampagne "Manifest für den Fußball" am Donnerstag im Londoner Wembley-Stadion nannte Figo die Reform der Weltmeisterschaft und die Neuverteilung von FIFA-Geldern als vordringlichste Aufgaben.

Die Entscheidung über den neuen FIFA-Präsidenten fällt im Mai auf dem FIFA-Kongress in Zürich. "Ich bin der festen Überzeugung, dass zu viel auf dem Spiel steht, um einfach tatenlos zuzusehen. Dafür bin ich nicht der Mann. Ich bin bereit, um die FIFA und jeden ihrer Mitgliedsverbände mit wirklichen Veränderungen in eine positive Zukunft zu führen", erklärte der Portugiese. Der 42-jährige Weltfußballer von 2001 tritt am 29. Mai gemeinsam mit dem niederländischen Verbandschef Michael van Praag und dem jordanischen Prinzen Ali bin al-Hussein gegen den 78-jährigen Amtsinhaber Joseph Blatter an, der eine fünfte Amtszeit anstrebt.

Zwei WM-Turniere mit insgesamt 48 Mannschaften?
Figo schlug eine Erweiterung des WM-Starterfeldes von bisher 32 auf 40 oder sogar 48 Mannschaften vor. Dabei könnten zeitgleich zwei Turniere mit jeweils 24 Mannschaften auf zwei Kontinenten gespielt werden. Die anschließende K.-o.-Phase sollte in einem Land ausgetragen werden. "Beide Optionen sind möglich mit drei oder vier Tagen zusätzlich im Turnier. Wenn die Erweiterung kommt, sollten die zusätzlichen Teams aus nicht-europäischen Ländern kommen", sagte der frühere Angreifer von Real Madrid und Inter Mailand. Dieses Wahlversprechen zielt wohl in erster Linie auf jene Verbände aus Afrika, Asien, Ozeanien und Südamerika ab, die sich bisher für eine Wiederwahl Blatters ausgesprochen hatten.

Eine Milliarde für Förderung von Kinderprojekten
Figo regte zudem an, eine Milliarde Dollar aus der Geldreserve der FIFA über vier Jahre zur Förderung von Kinder- und Jugendprojekten an die 209 Mitgliedsverbände zu verteilen. "Ich hatte das große Glück, dass ich von klein auf spielen und trainieren konnte. Aber diese Möglichkeit besteht für die meisten Kinder auf der Welt nicht. Diese entscheidende Frage anzugehen, würde ein Schwerpunkt meiner Präsidentschaft sein", betonte der Portugiese. Er schlug vor, Schulfußball-Projekte in jedem Mitgliedsland der FIFA ins Leben zu rufen. Vor allem aber möchte Figo das beschädigte Ansehen des Weltverbandes wiederherstellen.

"Das Image des Verbandes, wie es sich im Moment darstellt, ist nicht angemessen. Ich vertraue darauf, dass die meisten nationalen Verbände eine Veränderung wollen, eine demokratische Veränderung", sagte er. Die Kosten für seine Kampagne bestreite er aus den Einkünften seiner Karriere.

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