Sa, 25. November 2017

WTV fordert Vernunft

19.02.2015 10:17

Artgerechte Taubenfütterung in Wien doch legal?

Artgerechtes Füttern von Tauben darf laut einer Entscheidung des Verwaltungssenats der Stadt Wien nicht bestraft werden - das behauptet jetzt der Wiener Tierschutzverein. Bisher drohte dafür eine Verwaltungsstrafe nach dem Reinhaltegesetz. WTV-Präsidentin Petrovic: "In puncto Taubenproblematik muss eine Linie der Vernunft her."

Wer in Wien Tauben artgerecht füttert, muss nach Angaben des Wiener Tierschutzvereins (WTV) künftig keine Angst mehr haben, dafür mit einer Verwaltungsstrafe nach dem Wiener Reinhaltegesetz belegt zu werden, da diese bei einer Berufung dagegen abgewiesen werden dürfte. Laut einer Aussendung des Vereins hat der mittlerweile aufgelöste Verwaltungssenat der Stadt Wien bereits Mitte 2011 der Berufung einer Dame stattgegeben, die von einem Waste Watcher wegen Verunreinigung belangt wurde.

Vogelfutter statt Speisereste: Keine Strafe
Der Bescheid liege dem Wiener Tierschutzverein in vollem Umfang vor, so heißt es. Der Frau sei vorgeworfen worden, aus ihrem Auto Lebensmittel auf die Straße geworfen zu haben. Sie gab jedoch an, dass es sich um Vogelfutter gehandelt habe - und dieses wird vom Reinhaltegesetz nicht erfasst. Da die Tauben vor Eintreffen der Kontrollbeamten bereits alles aufgefressen hatten und nicht bewiesen werden konnte, dass es sich doch um Lebensmittel gehandelt hat, muss die Frau die Strafe nicht entrichten, so die Entscheidung.

"Klarer Etappensieg für die Tauben und Taubenfreunde"
Der WTV betrachtet diese Entscheidung des Verwaltungssenats als "klaren Etappensieg für die Tauben und Taubenfreunde". Die Entscheidung beweise, dass maßvolles Füttern mit richtigem Vogelfutter keine Verunreinigung ist, so Petrovic. "Verdorbene Lebensmittel oder dergleichen auf die Straße zu werfen, muss selbstverständlich geahndet werden. Aber die rechtlich unzureichend geschulten Waste Watcher handeln sehr oft verfassungswidrig und kommen vielfach mit ihrem einschüchternden Verhalten in die Nähe der strafrechtlich relevanten Nötigung."

WTV fordert besseres Tauben-Management in Wien
Für die WTV-Präsidentin sind die aktuellen Maßnahmen, die die Stadt Wien in puncto Tauben setzt, generell der falsche Weg. "Waste Watcher und Stacheln an Gebäuden, die nicht nur das Stadtbild ruinieren, sondern auch sehr gefährlich für die Tiere sind, können nicht die Lösung sein. Andere Großstädte machen vor, wie ein gutes Tauben-Management wirklich funktioniert. Es wäre an der Zeit, dass sich eine Linie der Vernunft herausbildet und die Stadt Wien zusammen mit der Tierschutzombudsstelle Wien und Tierschutzorganisationen wie dem WTV ein geeignetes Konzept entwickelt", sagt Petrovic.

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