So, 22. Oktober 2017

"Vier Pfoten"-Erfolg

19.02.2015 10:02

Neues Schutzzentrum für ukrainische Kampfbären

Obwohl die Haltung von sogenannten Kampfbären in der Ukraine seit fast 15 Jahren verboten ist, werden nach wie vor Dutzende Tiere für das Training von Jagdhunden missbraucht. Mit der Errichtung eines "Vier Pfoten"-Bärenwaldes in der Westukraine nahe der Stadt Lviv gibt es für diese brutal misshandelten Tiere endlich Hoffnung auf Rettung und ein artgemäßes Zuhause.

Carsten Hertwig, Bärenexperte bei der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten": "Ein großer Teil der ukrainischen Bevölkerung ist sich dieses Problems noch nicht bewusst. Wir wollen deshalb gemeinsam mit der ukrainischen Regierung daran arbeiten, die angebliche Tradition der Kampfbärenhaltung zu durchbrechen. Wenn wir in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür schaffen, welche Grausamkeiten diese Tiere erleiden müssen, können wir sie auch beenden." Die Tierschützer haben zusätzlich zwei weitere Ziele vor Augen: den Bau des Bärenwaldes in der Nähe von Lviv und einen besseren Vollzug der derzeit bestehenden Gesetze.

Bestehende Gesetze greifen oft nicht
Der Braunbär ist in der Ukraine geschützt und darf nicht ohne Lizenz gehalten oder gezüchtet werden. Die Jagd auf Braunbären ist ebenfalls verboten. Aber nur, wenn die Regierung schärfere Kontrollen durchsetzt sowie höhere Strafen gegen den illegalen Handel und Missbrauch von Bären zu Profitzwecken verhängt, könne die Situation nachhaltig verbessert werden, so die Experten.

Herkunft und Haltung der Bären strenger kontrollieren
Dazu Vladimir Domashlinetc, Vertreter des ukrainischen Ministeriums für Umwelt und Ressourcenschutz: "Zwei Aspekte sind hier besonders relevant: Erstens muss gesetzlich noch klarer formuliert werden, dass Bärenkämpfe verboten sind. Ein solcher Gesetzesentwurf wurde bereits mit dem Ministerium für Umwelt und Ressourcenschutz erarbeitet und im Parlament eingebracht. Zweitens muss der Vollzug des Gesetzes verbessert werden, um die Herkunft und die Haltung der Bären streng zu kontrollieren."

Royal Canin als Partner nach Bärenkampf-Skandal 2013
Für den Bau des Bärenschutzzentrums konnten die "Vier Pfoten" übrigens den Tierfutterhersteller Royal Canin als Partner gewinnen, der im Sommer 2013 ins Kreuzfeuer der Tierschützer geraten war. Das Unternehmen hatte Videoaufnahmen der "Vier Pfoten" zufolge illegale und brutale Bärenkämpfe in der Ukraine gesponsert. Royal Canin äußerte sich damals auf Facebook zu den Vorwürfen: "Schockiert und tief berührt haben wir feststellen müssen, dass unsere ukrainische Niederlassung ungewollt eine Veranstaltung unterstützt hat, die in tiefstem Maße alle Werte verletzt, für die wir bei Royal Canin eintreten."

Ukraine stellte zwölf Hektar Land zur Verfügung
Der französische Tierfutterhersteller will nun die Arbeit der "Vier Pfoten" vor Ort aktiv unterstützen. Aufgrund der konfliktreichen politischen Situation in der Ukraine hätten sich die Verhandlungen über das neue Bärenschutzzentrums immer wieder verzögert, so die Organisation in einer Aussendung. Nun sei aber ein passendes Areal für das neue Projekt gefunden worden: Nahe der Stadt Lviv stellen das Umweltministerium und die lokale Forstbehörde ein etwa zwölf Hektar großes Stück Land zur Verfügung.

Das Leid der "Kampfbären" in der Ukraine
Nach Schätzungen der Tierschützer gibt es in der Ukraine zwischen 15 und 20 sogenannte Kampfbären. Sie leben qualvoll in winzigen Käfigen auf bloßem Betonboden und dürfen diese nur verlassen, um zu Trainingszwecken oder bei Wettbewerben von Jagdhunden angegriffen zu werden. Sie erhalten meist viel zu wenig Futter und Wasser, damit sie ein schwacher Gegner für die Hunde sind. Den meisten werden außerdem die Krallen gezogen. Viele von ihnen stammen aus Zoos, Zirkussen oder aus der freien Wildbahn.

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