Di, 21. November 2017

Arbeitszeitgesetz

18.02.2015 14:03

„Ärzteflucht“ gestoppt

"Der frühe Vogel fängt den Wurm" oder im Fall der landeseigenen Spitäler den Arzt. Denn während es in den meisten anderen österreichischen Bundesländern beim brandaktuellen Thema Ärztemangel noch rundgeht - zum Wochenstart wachelten die oberösterreichischen Mediziner mit der Streikrute - sieht man in der Steiermark Licht am Ende des Tunnels.

"Steirerkrone"-Leser kennen die Geschichte in Grundzügen. Vor gut einem Jahr meldete die KAGes, man tüftle an neuen Arbeitszeitmodellen. Und im März des Vorjahres wurde der erste Teilerfolg, Entlastung der Turnusärzte von Routinetätigkeit, vermeldet. Simplifiziert: Den Jung-Doktoren bleibt mehr Zeit für ärztliche Ausbildung.

Nächstes Kapitel: Während die Verkürzung der Ärzte-Arbeitszeit von 72 auf aktuell 48 Stunden in anderen Bundesländern kleingeredet oder gar totgeschwiegen wurde, konnte man in der Steiermark den Lohn der Arbeit dafür einfahren, dass die KAGes-Chefs Karlheinz Tscheliessnigg und Ernst Fartek bereits 2013 dem Thema Priorität verordnet hatten.

Bessere Verdienstmöglichkeiten
Gemeinsam mit Gesundheitslandesrat Christopher Drexler und den Vertretern der Ärztekammer, Präsident Herwig Lindner und Spitalsärztevertreter Martin Wehrschütz konnte ein Paket geschnürt werden, dass den Spitalsärzten bessere Verdienstmöglichkeiten ebenso bietet, wie familienfreundliche Karriereplanung.

Mit dem Ergebnis, dass Schlagzeilen wie "Ärztemangel: Lösung gesucht" (Burgenland) "Verhandlungen zum Ärztearbeitszeitgesetz ohne Ergebnis" (Wien), "Ärzte kampfbereit" (Tirol), "Ärztekammer droht mit Anzeigen" (Kärnten) aus den Bundesländern in der Steiermark Meldungen gegenüberstehen wie "Dank an steirische Spitalsärzte - mehr als 1.000 wählen weniger Freizeit". Indem die zustimmten, für eine Übergangszeit längere Wochenarbeitszeiten zu akzeptieren, um so die Spitalsversorgung aufrecht zu erhalten.

Wieder mehr Bewerbungen
Und zum Drüberstreuen hört man aus der Spitalsgesellschaft noch, dass nicht nur der Abgang heimischer Spitalsärzte - vorwiegend nach Deutschland - gestoppt scheint, sondern sich in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres bereits 23 Mediziner bei der KAGes beworben haben.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden