Mo, 20. November 2017

Lebende Beute

18.02.2015 09:37

Quälerei beim Windhund-Training erbost Australier

Ein lebendes Ferkel, das am Schwanz über die Rennbahn gezogen wird: Aufnahmen von solchen grausamen Trainingsmethoden in der australischen Rennhundeszene haben für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Der australische Fernsehsender ABC strahlte am Montagabend einen Bericht über die tierquälerischen Methoden aus. Die Recherchen des Senders hatten zuvor einen Polizeieinsatz ausgelöst.

Die Tierschutzorganisation RSPCA suchte zusammen mit der Polizei in den australischen Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland in der vergangenen Woche fünf Grundstücke auf, auf denen derartige Methoden angewendet werden. Der Sender ABC hatte den Behörden seine Rechercheergebnisse übergeben, bevor der Bericht am Montagabend ausgestrahlt wurde.

Beutetiere werden mehrmals "verwendet"
RSPCA-Australien-Chefin Heather Neil sagte, offenbar sei eine solche Tierquälerei in der Szene akzeptiert. Sie forderte die sofortige Suspendierung von Hundetrainern, die diese Praxis anwenden. Laut der Organisation Animals Australia, die beim Zusammentragen der Bilder geholfen hatte, werden viele der Beutetiere sogar mehrmals "verwendet".

"Nutzung lebender Tiere zum Training ist widerwärtig"
Der Chef des Rennhundeverbands Greyhounds Australasia, Scott Parker, sagte, 23 Menschen seien bereits wegen derartiger Methoden suspendiert worden, darunter prominente Vertreter des Sports. Parker ordnete eine unabhängige Untersuchung an, betonte aber zugleich, dass nur eine "Minderheit" der 30.000 Aktiven im Hunderennsport diese Methoden anwende. "Die Nutzung lebender Tiere zum Training von Windhunden ist widerwärtig, illegal, unethisch und wird von der Branche strikt abgelehnt", sagte er.

Eigentlich nur künstliche Köder erlaubt
Australien hat eine der größten Rennhundeszenen der Welt, vor allem in New South Wales und Victoria ist der Sport weit verbreitet. Das Hundetraining mit lebender Beute ist seit Jahrzehnten verboten, normalerweise werden die Hunde mit künstlichen Ködern abgerichtet. So mancher Hundebesitzer erhofft sich jedoch einen Wettbewerbsvorteil, indem er seine Tiere mit lebender Beute besonders scharf macht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).