Do, 23. November 2017

Erschreckender Test

17.02.2015 16:29

Vodka sogar an Kinder verkauft - 49 Anzeigen!

Ernüchterndes Ergebnis der Testkäufe des Landes, bei denen Kinder im Alter von 14 bis 15 Jahren versuchen, Alkohol und Zigaretten zu kaufen: In jedem dritten Geschäft erhielten die Jugendlichen das Verlangte, in 49 Fällen sogar bei "Wiederholungstätern". Diese werden jetzt nach der Gewerbeordnung angezeigt.

Es war bereits die zweite Runde von Testkäufen – und im Vergleich zur ersten hat sich nichts verändert: In 31 Prozent der Geschäfte und Tankstellen konnten die Burschen und Mädchen (sie durften nicht älter erscheinen, als sie sind) problemlos gebrannten Alkohol (in Oberösterreich erst ab 18 erlaubt) oder Zigaretten (ab 16) erstehen. Kaum zu glauben: In jedem zehnten Betrieb sogar nach Vorlage des Ausweises. Die Verantwortlichen begründen das mit "Rechenfehlern des Personals". Dafür hat Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) bereits eine Lösung parat – siehe dazu unser Interview unten.

49 Wiederholungstäter
Obwohl 97 bis 99 Prozent des Verkaufspersonals die Bestimmungen des Jugendschutzes kennen, glauben viele, dass gebrannter Alkohol schon an 16-Jährige verkauft werden darf. 196 Geschäfte und Tankstellen, die beim ersten Test das Jugendschutzgesetz nicht eingehalten haben, wurden erneut unter die Lupe genommen, 49 davon fielen wieder durch und werden nun angezeigt. Der Strafrahmen nach der Gewerbeordnung liegt bei 180 bis 3600 Euro. Landesrätin Jahn ist das zu wenig: "Laut Jugendschutzgesetz – etwa, wenn Eltern belangt werden – geht der Rahmen bis zu 7000 Euro. Er sollte auch bei der Gewerbeordnung angehoben werden."

Landesrätin Jahn im "Krone"-Interview:
"Ich hoffe sehr auf Verbesserungen"

"Krone": Ist es wirklich so schwer, anhand des Geburtsdatums das Alter zu berechnen?
Landesrätin Gertraud Jahn: Im Trubel kann das schon passieren. Ich kann mir EDV-Unterstützung vorstellen, mit der das Personal die tagesaktuellen Stichtage sehen kann.

"Krone": Sie setzen weiterhin auf Sensibilisierung.
Jahn: Die auch etwas bringt. So haben die zum zweiten Mal getesteten Tankstellen diesmal deutlich besser abgeschnitten als beim ersten Mal. Damals haben 48 Prozent gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen, jetzt nur noch 29 Prozent. Der Handel verbesserte sich nur von 25 auf 22%.

"Krone": Woran liegt das?
Jahn: Bei den Tankstellen hat sich die zuständige Fachgruppe in der Wirtschaftskammer des Themas angenommen und eine Info-Kampagne gemacht. Das wünsche ich mir auch für den Einzelhandel.

"Krone": Wird weiter getestet?
Jahn: Ja, und nächstes Jahr nehmen wir auch die Gastronomie dazu. Ich hoffe sehr, dass es 2015 relevante Verbesserungen gibt.

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