So, 19. November 2017

„Bankrun“ droht

18.02.2015 13:33

Athens Spiel mit dem Feuer bedroht eigene Banken

Welche Folgen hat es, wenn sich die griechischen Politiker und die Euro-Partner auf keine Lösung einigen können? Anders als vor vier Jahren sind die Finanzmärkte ruhig. Gefährdet könnten aber die griechischen Banken sein, wenn die Kunden angesichts des Dauerstreits das Vertrauen verlieren. Ein erstes Entspannungssignal kam am Mittwochvormittag aus Athen: Die Regierung will um eine Verlängerung des Hilfsprogramms ersuchen. Ob das allerdings für die Gläubiger noch rechtzeitig erfolgt, ist fraglich.

Im Jänner haben die Sparer elf Milliarden Euro von Griechenlands Banken abgezogen, pro Woche sollen es mittlerweile um die zwei Milliarden sein. Im Rahmen der Hilfsprogramme wurden die Institute rekapitalisiert, doch sie stehen so wie überall in Europa jetzt unter der Aufsicht der EZB.

"Ansteckungsgefahr" wesentlich geringer
Sollte der Kapitalabfluss bedrohliche Ausmaße annehmen (z.B. durch einen "Bankrun" der Griechen), wäre die EZB verplichtet, die Banken zu schließen, die de facto pleite wären. Doch die "Ansteckungsgefahr" für die Euro-Zone wäre viel geringer als früher, da kaum eine Bank (auch in Österreich nicht) Außenstände in nennenswerter Höhe gegenüber griechischen Instituten hat.

Was auch Experten nicht wissen - schließlich gab es so etwas noch nie - ist die Antwort auf die Frage, was dann weiter passiert. Wie reagieren die Finanzmärkte, wenn Athen aufgrund des Kollapses seiner Banken in eine Staatspleite schlittert?

Rückzahlung der Hilfsgelder ab 2020
An sich ist mit den Geldgebern vereinbart, dass Griechenland erst nach 2020 (bis 2058) mit den Rückzahlungen der 240 Milliarden Euro beginnt (Grafik oben), die als Hilfe von ESM, Währungsfonds und teilweise direkt von den Euro-Partnern geflossen sind. Im Gespräch ist bekanntlich, die Fristen für die Rückzahlung noch weiter zu strecken (was durch die lange Laufzeit einem Schuldenschnitt gleichkommt). Den oft erwähnten "Grexit" (Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone) wird es kaum geben, er würde auch die Probleme nicht lösen.

Athen beantragt Verlängerung des Hilfsprogramms
Zwei Tage vor Ablauf eines Ultimatums der europäischen Partner kündigte sich unterdessen ein vorsichtiger Kurswechsel in Athen an: Die Regierung teilte mit, am Donnerstag eine Verlängerung des Hilfsprogramms zu beantragen. Der genaue Inhalt des Schreibens an Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem ist aber noch offen.

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