Sa, 21. Oktober 2017

St. Peter

16.02.2015 17:28

Junge Metzger büßten für ihre Sünden

Das Wasser spritzte im Innenhof von St. Peter nur so: Elf junge Metzger beendeten ihre Lehrzeit mit einem Sprung in den Bottich und schwangen die Fahne der Fleischer. Der Tradition nach werden sie so von Sünden freigewaschen. Rund 2000 Zuschauer verfolgten den Brauch, der auf das 16. Jahrhundert zurück geht.

Gleich vorweg: Richtiges Eiswasser wollen die erfahrenen Metzger ihrem Nachwuchs schon lange mehr antun. „Wir füllen den Bottich ganz in der Früh mit warmem Leitungswasser auf“, verrät Innungsmeister Otto Filippi über die Vorbereitungen für den Brauch. Auch Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher höchstpersönlich kam vorbei und überzeugte sich von der richtigen Temperatur.

Elf junge Fleischhauer stellten sich heuer der Bewährungsprobe und bissen die Zähne beim Sprung ins Wasser zusammen. Sie klatschten mit dem Kopf voran in den Bottich, dass es nur so spritzte „Dazu gehört genauso, dass die Zuschauer nass werden“, lacht Filippi. Auch ihr Kapperl werfen die Nachwuchs-Metzger in die Menge. Ihre Geschicklichkeit müssen sie noch beim Schwingen der 40 Kilo-Fahne beweisen. Der Brauch geht auf das 16. Jahrhundert zurück. In Salzburg war das Ritual früher am Alten Markt zu bestaunen. Auch für die richtige Kost wird beim Metzger-Sprung gesorgt: Die Stockwurst ersetzt bei vielen bereits das Frühstück. Sie ähnelt einer Bratwurst, Knoblauch wird noch beigemengt.

Auch Metzgerberuf kämpft um Fachkräfte
Generell ist Innungsmeister Filippi mit den Nachwuchszahlen zufrieden: „In Salzburg haben wir im Schnitt 12 bis 15 Lehrlinge.“ In geburtenschwachen Jahrgängen wird der Kampf um talentierte Jugend aber härter. Fachbetriebe müssen sich gegen Supermarkt-Konkurrenzbehaupten.

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