Mo, 23. Oktober 2017

Diskussion um Bilder

13.02.2015 16:42

US-Fotografin zeigt die Schönheit echter Mütter

Ein ungewöhnliches Fotoprojekt der US-Amerikanerin Jade Beall sorgt derzeit für Diskussionen. Beall holte nämlich für ihre Aktbilder keine Models, sondern ganz normale Mütter vor die Linse. Und die entsprechen eben nicht dem Schönheitsideal der Modeindustrie, aber auch nicht dem von vielen Männern, wie zahlreiche Zuschriften und Kommentare zeigen. Beall sieht darin ein kulturelles Problem. Sie meint: Schönheit muss neu definiert werden.

Es war ein nacktes Selbstportrait, auf dem sie ihren Sohn stillt, das Jade Beall zu ihrem Fotoprojekt "The Body of Mothers" inspirierte. "Damals hatte ich noch 40 Kilo mehr", erinnert sich die Fotografin im Gespräch mit der "Cosmopolitan". Beall betont, dass es ihr nicht darum ginge, Frauen vorzumachen, wie man richtig stillt, oder sie überhaupt zum Stillen aufzufordern. "Ich wollte die Schönheit, die 'Macken', die Körperformen und Verletzlichkeit aller Mütter festhalten und zelebrieren." Die Aktbilder zeigen Mütter auf ihrer Reise von Selbstzweifel zu Selbstvertrauen.

Als Beall vor Kurzem ein Gruppenportrait von Müttern beim Stillen auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, war die Reaktion enorm. "Dieses Foto bekam sehr schnell sehr viel Aufmerksamkeit", erzählt die Mutter eines dreijährigen Buben. "Ich bekam sehr viele Nachrichten, ausschließlich von Männern. Sie schrieben mir, ich sollte das Bild von der Seite nehmen."

"Anti-Brustwarzen-Regel" als "kulturelles Problem"
Beall respektiert die "Anti-Brustwarzen-Regelung" von Facebook, weshalb sie die intimen Stellen auch zensierte. Doch die Fotografin sieht darin ein anderes Problem: "Finde ich es bescheuert, dass Männer ihre Brustwarzen auf Facebook zeigen dürfen, Frauen aber nicht? Natürlich! Aber das ist ein kulturelles Problem, keines von Facebook."

Der Fotografin aus Tucson in Arizona geht es auch nicht darum, nackte Frauen zu zeigen. Vielmehr will sie besonders Mütter darin bestärken, dass mit ihren Körpern nach einer Geburt alles stimmt – auch Schwangerschaftstreifen und Cellulite gehörten dazu. Das Projekt "The Body of Mothers" ist Beall zur Herzensangelegenheit geworden, weshalb sie kein Honorar für ihre Fotografien verlangt.

"Das habe ich gebraucht": Mütter von Fotos begeistert
Während viele Männer das Bild sofort von Facebook verbannt sehen wollten, reagierten Frauen ganz anders darauf. Viele Mütter gaben ebenfalls zu, mit den kleinen "Macken" zu kämpfen, die seit der Schwangerschaft ihren Körper zieren. "Ich liebe deine Posts! Das erinnert mich daran, dass ich nicht alleine bin", kommentierte etwa eine Facebook-Nutzerin. "Genau das habe ich gebraucht. Das erinnert mich daran, dass mit mir alles in Ordnung ist!", schrieb eine andere.

Jade Beall geht es darum, die Denkweise in Bezug auf Frauenkörper zu ändern. Schönheit müsse neu definiert werden. "Viele von uns fühlen sich bereits vor der Geburt nicht schön. Dann wird uns die ganze Zeit eingeredet, dass wir nach der Geburt so schnell wie möglich die Babypfunde loswerden sollten, sonst wird das als Scheitern angesehen. Das muss sich ändern! Mutter zu sein ist hart genug!"

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