Fr, 24. November 2017

Geld reicht nicht

13.02.2015 12:11

Online-Handel treibt die Arbeiter ins Proletariat

Die Arbeitsbedingungen bei Online-Händlern wie Amazon, Zalando und Co. sind in der Vergangenheit von Gewerkschaftern scharf kritisiert worden. Nun verweist auch der Handelsexperte Peter Schnedlitz von der WU Wien auf die sozialen Aspekte des Internetgeschäfts. Der Onlinehandel führe zu "einer Proletarisierung der Handelsmitarbeiter", sagte Schnedlitz im Ö1-Wirtschaftsjournal "Saldo".

Die Logistikmitarbeiter im Lager der Onlinehändler und die Paketzusteller könnten kaum von ihrer Arbeit leben. Im Gegensatz dazu könne man mit einem Job im stationären Handel noch eine Familie ernähren, so der Handelsexperte.

Dramatische Auswirkungen auf den österreichischen Einzelhandel durch das Onlinegeschäft erwartet Schnedlitz nicht. Einige Branchen - wie der Elektro- oder Buchhandel - seien internetaffiner, andere Branchen wie der Lebensmitteleinzelhandel überhaupt nicht. Es werde etwa niemand eine Wurstsemmel per Internet bestellen. Für den Handelsexperten ist der Onlinehandel nur eine moderne Version des Versandhandels, der in den vergangenen Jahrzehnten bereits vier bis fünf Prozent des Gesamtumsatzes ausgemacht hat.

Angekündigte Revolutionen - wie der Onlinehandel zerstöre den gesamten stationären Einzelhandel - würden nicht stattfinden, betonte Schnedlitz. Aufgrund von zu vielen Filialen der Einzelhändler in Österreich werde es aber in manchen Branchen ein Gesundschrumpfen geben.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden