Do, 14. Dezember 2017

Happy Birthday

13.02.2015 09:54

Video-Phänomen YouTube feiert zehnten Geburtstag

Alles begann mit Elefanten. Das erste YouTube-Video zeigt zwei gemütliche graue Tiere im Zoo - nach 18 Sekunden ist der Clip vorbei. Mitte Februar 2005 registrierten die Gründer Chad Hurley und Steve Chen die Seite YouTube.com und legten so den Grundstein für das Video-Imperium. Dieses Jahr wird YouTube zehn Jahre alt.

Fast jeder kennt die YouTube-Videos, die in den vergangenen Jahren zum Massenphänomen geworden sind. Auf YouTube tanzen Passanten zu Pharrell Williams "Happy" durch Städte, Feuerwehrleute zappeln beim "Harlem Shake", junge Menschen zeigen anderen jungen Menschen, wie man Nudeln kocht, eine Kokosnuss schält, das nächste Level bei Minecraft erreicht oder den perfekten Lidstrich zieht.

Unter Jugendlichen in Europa ist die Plattform das beliebteste Online-Angebote überhaupt: 30 Prozent der zwölf- bis 19-jährigen Deutschen etwa nennen YouTube als eine der Webseiten, die sie häufig nutzen. Erst auf Platz zwei folgt Facebook.

YouTube-Künstler sind die neuen Stars
Für Jugendliche sind die Videomacher die neuen Stars. Millionen Abonnenten verfolgen die Videos von bekannten YouTubern. Auch in Deutschland gibt es eine Handvoll dieser Stars mit Hunderttausenden Fans, darunter Ratgeber Sami Slimani, die singenden Zwillinge DieLochis, Videospieler Simon Unge oder die Modebloggerin Daaruum.

"YouTuber sind oft Vorbilder, sind beste Freunde, großer Bruder und Ersatzelternteil in einem", sagt Mirko Dortschmann. Der 28-Jährige erklärt in seinen Videos als "MrWissen2go" aktuelle Themen und hilft bei Schulaufgaben. Jugendliche fühlten sich den YouTubern näher als Popstars oder Fernsehschönheiten, sagt er. "Die YouTube-Stars sind eher Leute von nebenan, das spielt eine ganz wichtige Rolle. Die sind wie ihre Zuschauer."

So kommt es, dass die Jugendlichen ihre YouTube-Lieblinge auch um Rat im Alltag fragen. "Wir bekommen sehr viele persönliche Mails", sagt Lamiya Slimani. Sie ist die Schwester von Sami Slimani und selbst erfolgreiche Videomacherin mit mehr als einer halben Million Fans. "Das ist eine Riesenverantwortung."

Manche YouTube-Filmer leben von ihren Videos
Manche YouTuber sind so bekannt, dass sie mit ihren Videos Geld verdienen. Sie bekommen einen Teil der Einnahmen aus Werbung, die vor und während ihrer Videos angezeigt wird. Andere wollen auch den Offline-Markt erobern: Die drei Slimani-Geschwister haben etwa ein Buch auf den Markt gebracht. Andere YouTuber halten Produkte in die Kamera oder arbeiten mit Unternehmen zusammen. In Deutschland rief das bereits die Medienaufsicht auf den Plan, die in einem Fall prüfte, ob das Anpreisen als Schleichwerbung zu werten sei.

Das zeigt: Zehn Jahre nach der Gründung ist YouTube auch ein Milliardengeschäft geworden. Unternehmen wollen über die YouTube-Stars junge Käufer erreichen und rangeln um den nächsten viralen Hit im Netz. Edeka landete so einen Treffer mit dem "Supergeil"-Spot, in dem Schauspieler Friedrich Liechtenstein singend Lebensmittel anpreist ("Es ist supergeil, supergeil").

Andere Firmen versuchen, ihre Anzeige wie ein Nutzervideo aussehen zu lassen. Das geschah bei dem Schwarz-Weiß-Video "First Kiss", in dem sich Fremde zum ersten Mal küssten. Millionenfach geteilt, entpuppte sich der Clip schließlich als Werbung für eine Kleidungsmarke. Das verletzt die oberste YouTube-Regel: Sei du selbst. Ehrlichkeit sei wichtig, sagt Nilam Farooq alias Daaruum, eine der erfolgreichsten deutschen YouTuberinnen. "Wenn du das lange machen willst, merken die Leute sehr schnell, ob du dich verstellst."

YouTube nicht immer "Knigge-konform"
Dabei geht es auf YouTube nicht immer freundlich zu. "Die Kommentarkultur auf YouTube ist nicht so ganz Knigge-konform", gibt YouTuber Dortschmann zu. Er startete jüngst mit anderen Videomachern eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit - auch wegen rassistischer Kommentare unter den eigenen Filmen. Auch an anderer Stelle rumort es: In Deutschland streitet YouTube sich seit Jahren mit der Verwertungsgesellschaft Gema über die Vergütung für Musikvideos. Viele bekannte Clips werden deswegen hier nicht angezeigt.

YouTube hat Videos im Internet zum Massenphänomen gemacht, doch zum zehnten Geburtstag wächst die Konkurrenz. Denn immer mehr Nutzer filmen und teilen Videos. Auch andere Firmen wollen davon profitieren. Facebook hat seine Videofunktion ausgebaut. Das Netzwerk ermutigt seine Nutzer, Videos gezielt zur Verbreitung auf Facebook zu filmen. Mit 1,3 Milliarden Mitgliedern ist Facebook eine ernst zu nehmende Konkurrenz für YouTube. Auch andere Online-Dienste wie Twitter oder Instagram bauen ihre Videofunktionen aus. YouTube selbst arbeitet daran, mehr Geld zu verdienen: Die Werbemöglichkeiten auf der Plattform sollen ausgebaut werden.

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