Sa, 18. November 2017

Aufregung in Türkei

12.02.2015 17:54

Ex-Präsident Gül wohnt noch in Regierungsresidenz

Weil er auch als türkischer Ex-Präsident nach wie vor in der Regierungsresidenz wohnt, gerät Abdullah Gül nun zunehmend in die Kritik. Medien werfen dem vor sechs Monaten aus dem Amt geschiedenen Politiker vor, auf Steuerzahlerkosten luxuriös zu wohnen. Gül wehrt sich gegen die Vorwürfe und betont, er bezahle alles aus eigener Tasche.

Sein Nachfolger Recep Tayyip Erdogan habe ihm persönlich vorgeschlagen, den Aufenthalt in dem der Regierung vorbehaltenen Haus am Bosporus zu verlängern, nachdem es beim Bau seines neuen Wohnsitzes in der Metropole "Verzögerungen" gegeben habe, erklärte Gül am Donnerstag.

Medienkritik: "Anständiger Staatschef würde ausziehen"
Mehrere regierungsnahe Zeitungen hatten den Aufenthalt des ehemaligen Staatschefs in dem luxuriösen Wohnsitz der Regierung am Ufer des Bosporus kritisiert. Im Leitartikel der Tageszeitung "Sabah" war von einer Verschwendung von Steuergeldern die Rede. Man habe Gül den Wohnsitz nicht auf Lebenszeit zugestanden, empörte sich der Journalist Sevilay Yukselir. Ein "anständiger Staatschef" würde sofort ausziehen.

Gül und Erdogan sind politische Weggefährten und Mitbegründer der islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP). Allerdings lagen sie in der Endphase von Güls Präsidentschaft im vergangenen Jahr in mehreren politischen Fragen über Kreuz. Erdogan-Anhänger verdächtigen den moderateren Gül, die Kontrolle Erdogans über die AKP anfechten zu wollen.

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