So, 17. Dezember 2017

Erst Niere, nun Herz

14.02.2015 07:47

Liebesgeschichte um Organspende verzückt die USA

Bei dieser Geschichte wird einem warm ums Herz, auch wenn sie zuvor mal an die Nieren ging: Eine Romanze rund um eine Organspenderin und ihren Empfänger verzückt momentan die USA. Ashley McIntyre meldete sich vor knapp einem Jahr auf einen Aufruf des ihr völlig unbekannten Dialysepatienten Danny Robinson aus Louisville. Sie erwies sich als "Perfect Match" - und das in mehrfacher Hinsicht. Nach der erfolgreichen OP sind die beiden nun seit Kurzem verlobt. Der Termin für die Hochzeit ist zwar noch nicht in Aussicht, das erste gemeinsame Kind aber schon.

"In einer Million Jahre hätte ich so etwas nicht für möglich gehalten, es war wie ein riesiger Wirbelwind", erzählte McIntyre unter Tränen dem US-Sender WCNC. "Es ist einfach verrückt, wie das alles passiert ist. Das muss von Gott so geplant worden sein."

Spendenaufruf über Radio startet Romanze
"Das alles" begann im Jänner 2014, als die Mutter der heute 26-jährigen Frau zufällig eine Radiosendung hörte, in der die Mutter des Dialysepatienten Robinson verzweifelt erzählte, dass dringend ein Nierenspender für ihren Sohn gesucht werde. Dieser hatte bereits in jungen Jahren seinen Vater an Krebs verloren, mit 16 wurde eine Disfunktion der Nieren an ihm festgestellt. Seitdem musste der gelernte Elektriker dreimal in der Woche für vier Stunden zur Dialyse. Familienmitglieder hatten zwar angeboten, eine ihrer Nieren zu spenden - aber kein Organ war für eine Transplantation geeignet. Zuletzt hatte er daher schon zwei Jahre vergeblich auf der Warteliste für Organspenden gestanden.

"Er war noch so jung und seine Geschichte so herzzerreißend", erinnerte sich McIntyre. Noch am nächsten Tag nahm sie über die Facebook-Seite der Radiosendung Kontakt mit dem Moderator auf, und dann ging alles sehr schnell. Vortests (etwa auf Urin und Blut) liefen alle positiv, "ein Abgleich nach dem anderen war perfekt - so als ob das alles kein Zufall wäre". Auch die mögliche Spenderniere erwies sich schließlich als passend, wenn auch nicht perfekt. Todd Maynard, von der zuständigen Klinik der University of Kentucky, erklärte dazu: "'Perfect Match' gibt es allerdings nur in einem von 100.000 Fällen."

Immer engere Kontakte geknüpft
Bereits während der medizinischen Tests hatten McIntyre und Robinson über SMS und soziale Netzwerke immer stärkeren Kontakt zueinander geknüpft. Freunde scherzten schon, sie sollten endlich anfangen, sich auch zu verabreden. Doch sie wollten die Dinge nicht verkomplizieren, bis die Transplantation unter Dach und Fach war. Am 5. April des Vorjahres war es dann so weit: "Die gesamte Operation verlief blendend, es gab überhaupt kein Problem", erinnerte sich Dr. Malay Shah, der die OP durchführte.

Robinson musste noch fünf Tage im Spital verbringen, McIntyre dreieinhalb. Sie besuchten sich gegenseitig in ihren Zimmern und schrieben sich Genesungswünsche auf ihre Pölster. Auch die Familie des damals 25-jährigen Robinson war schnell von der Organspenderin begeistert, sie schenkte McIntyre ein Schmuckkästchen, in dem "Ashley, du bist ein Engel" eingraviert war. Weitere Treffen waren also vorprogrammiert, fanden auch rasch statt - und der Funken der Liebe ließ nicht lange auf sich warten.

Heiratsantrag unter dem Weihnachtsbaum
"Eigentlich war ziemlich bald klar, dass das hier etwas Ernstes ist", erzählte McIntyre. Noch im Herbst wurde die 26-Jährige schwanger, der Heiratsantrag folgte unter dem Weihnachtsbaum. "Wir besuchten meine Mutter und begannen gerade damit, unsere Geschenke auszupacken. Da sagte ich, dass ich noch eines vergessen hätte. Ich zog das kleine Päckchen mit dem Verlobungsring heraus, ging auf die Knie und machte ihr einen Antrag", so Robinson über den romantischen Moment. "Sie hat Ja gesagt!"

Nun ist das Paar bereits mitten in seinen Zukunftsplanungen: Ein Termin für die Hochzeit ist noch nicht fixiert, dennoch wollen sie noch vor der Geburt ihrer kleinen Tochter einen gemeinsamen Haushalt gründen. Weitere Babys sind durchaus auch noch in Planung.

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