Mo, 20. November 2017

Alle zwei Wochen

12.02.2015 15:03

Mikl-Leitner will Massenabschiebungen nach Kosovo

Johanna Mikl-Leitner möchte abgelehnte Asylwerber aus dem Kosovo künftig alle zwei Wochen in Gruppentransporten per Flugzeug abschieben. Das sagte die Innenministerin am Donnerstag vor einem Treffen mit ihrem kosovarischen Amtskollegen Skender Hyseni in Wien. Nach dem Gespräch schlug auch Hyseni in dieselbe Kerbe und meinte: "Schickt uns die Auswanderer zurück."

"Man hat uns immer wieder gesagt, dass die große Mehrheit der illegalen Migranten keinen Aufenthaltsstatus bekommt und zurückgeschickt wird. Ich möchte betonen, dass ich möchte, dass dies schnellstmöglich passiert", sagte Hyseni.

Rund 50.000 Kosovaren seit Anfang Dezember ausgewandert
Seit Wochen wandern Kosovaren in Scharen aus ihrem Land aus. Offizielle Schätzungen gibt es nicht, aber Medienberichte sprechen von etwa 50.000 Auswanderern im Dezember und Jänner. In Österreich beantragten allein im Jänner 1.029 Kosovaren Asyl - im gesamten Vorjahr waren es nur 1.901 Menschen.

"Der Blitzbesuch meines kosovarischen Kollegen zeigte, dass wir gemeinsame Interessen haben, nämlich die Massenauswanderung zu stoppen", sagte Mikl-Leitner. Für Österreich gilt der Kosovo bereits als "sicheres Herkunftsland", womit Kosovaren kaum Chancen auf Asyl haben. Die Innenministerin will nun ein Schnellverfahren einführen, dass binnen zehn Tagen zu einem Asylbescheid führen soll.

Serbische Medien: Auswanderungswelle mittlerweile gestoppt
Serbische Medien berichteten indes am Donnerstag, dass in den vergangenen zwei Tagen die Auswanderungswelle abgeflaut sei. Am Grenzübergang Bardhe i Dheu etwa, den bisher täglich zwischen 300 und 400 Personen passiert hatten, seien laut dem Belgrader Sender B-92 in den letzten zwei Tagen keine Migranten mehr registriert worden.

Auch in Ungarn hat sich Angaben der Polizei zufolge die Zahl der ankommenden Auswanderer aus dem Kosovo offenbar stark verringert und ist auf mittlerweile 600 Personen pro Tag gesunken. Die kosovarischen Behörden haben bisher keine offiziellen Daten über die Migrantenzahlen veröffentlicht.

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