Do, 23. November 2017

„Krone“-Interview

12.02.2015 07:52

Marcel Koller: „Nachgeben? Dann fällt der Baum“

Was Marcel Koller vor dem Saisonstart am Wochenende zur Entwicklung der Bundesliga und zu bereits 36.000 verkauften Karten für Österreichs Testspiel gegen Bosnien zu sagen hat.

"Krone": Jeder Teamchef sieht es gerne, wenn der Titelkampf bis ins Finish der Saison spannend bleibt. Salzburg hat acht Punkte Vorsprung, aber Kampl und Alan verloren. Ramalho sieht seine Zukunft in Leverkusen. Kann sich da noch etwas ändern?
Marcel Koller: Salzburg hat noch immer genügend Qualität, um vorne zu bleiben. Ein Lockerbleiben darf aber nicht in etwas Überheblichkeit enden, sonst könnten sich andere nochmals zurückmelden.

"Krone": Den Sechsten trennen vom Zweiten nur vier Punkte. Kann die Spannung um Platz zwei den Titelkampf sozusagen ersetzen?
Koller: Diese Saison geht es ja um zwei Plätze für die Champions League, in der man sehr viel Geld verdienen kann, was in der heimischen Meisterschaft nicht möglich ist. Aber generell ist ein Titel am wichtigsten, für den gibt's keinen Ersatz.

"Krone": Hat sich am Niveau der Liga etwas geändert, sind die Spiele intensiver geworden seit Sie im Herbst 2011 den Teamchefjob begannen?
Koller: Ich beobachte mehr die Spieler und ihre Entwicklung als die der Klubs. Es gibt intensive Spiele mit mehr Tempo, grundlegende Änderungen sehe ich nicht. Mit Ausnahme der vielen Trainerwechsel. Im Vergleich zu meinem Amtsbeginn hat kein Verein mehr den Trainer wie damals.

"Krone": Klingt da Kritik an zu wenig Kontinuität durch?
Koller: Nein, dazu bin ich viel zu wenig nah am Geschehen bei den Klubs dabei. Nur hat jeder Trainer neue Ideen. An die sich die Spieler erst gewöhnen müssen. Da ist es schwieriger, Konstanz zu entwickeln. Wenn die Entwicklung passt, spricht nichts gegen Kontinuität.

"Krone": Wie beim Nationalteam. Der Hype hat durch die Winterpause nicht gelitten. 36.000 Karten für den Test gegen Bosnien weg, das ist in Europa ein Spitzenwert. Ist dieser Hype vielleicht die größte Gefahr für die Fortsetzung des Erfolgs?
Koller: Ich denke nicht, weil sich die Spieler den Hype ja hart erarbeitet haben. Gegen kritische Stimmen, die es gab. Jetzt wollen die Fans live dabei sein, statt vor dem Fernseher zu sitzen, die Stimmung genießen. Schön.

"Krone": Wie schwer wird es Ihnen fallen, die Teamfans davon zu überzeugen, dass ein Qualifikationsspiel in Liechtenstein kein Selbstläufer ist?
Koller: Intern wird sich an der Marschroute, nur von Spiel zu Spiel denken, nichts ändern. Jeder weiß: Wenn er nur einen halben Zentimeter nachgibt, dann wird's nichts, ist der Baum gefällt. Wir stehen oben, aber alle wollen uns von da runterholen. Es muss uns allen klar sein: Wir sind noch nicht qualifiziert.

"Krone": Ab wann laufen offiziell die Planungen für die EM-Endrunde in Frankreich?
Koller: Die UEFA versandte bereits Kataloge für Quartiere, Trainingszentren. Natürlich beschäftigen wir uns intern damit. Offizielle Erklärungen gibt's aber erst, wenn alles fix ist.

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