Do, 23. November 2017

3 Coups geleugnet

11.02.2015 18:29

Deutscher überfiel vier Supermärkte: 13 Jahre Haft

Ein 74-jähriger Deutscher, der in Österreich vier Überfälle auf Supermärkte begangen hatte, ist am Mittwoch am Landesgericht Ried im Innkreis in Oberösterreich zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig. Er gestand einen Überfall in Freistadt, die drei weiteren Taten leugnete er.

Dem Pensionisten aus Lübeck wurden vier Überfälle in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten zur Last gelegt. Er selbst gab nur jenen am 11. August 2014 in Freistadt zu, nach dem ihn die Polizei erwischt hatte. Der Angeklagte sitzt seit August 2014 in Untersuchungshaft. In Lübeck war er bereits wegen acht Raubüberfällen vor Gericht gestanden.

Von 27. August 2013 bis 29. Jänner 2014 waren Supermärkte in Tumeltsham bei Ried im Innkreis, Straßwalchen im Salzburger Flachgau und in Kärnten ausgeraubt worden. Der Täter habe jedes Mal so getan, als würde er einkaufen und sei als letzter Kunde geblieben. An der Kasse drohte er den Mitarbeitern dann und zog eine Schreckschusspistole. Er brachte die Leute in ein Büro, nahm ihnen die Mobiltelefone ab und fesselte sie mit Kabelbindern, wobei einige auch verletzt wurden.

"War so ruhig, als täte er das jeden Tag"
"Er war ganz ruhig", sagte ein Zeuge vor Gericht. "Er war so ruhig, als täte er das jeden Tag", äußerte sich eine andere. Nur die Angestellten aus Freistadt sagten aus, der Täter hätte gestresst gewirkt und sei sehr forsch aufgetreten. Die aus Lübeck angereiste Frau des Angeklagten entschlug sich der Aussage und warf ihrem Mann beim Verlassen des Saals eine Kusshand zu.

"Ich habe in hartem Ton gesagt, was sie machen sollen", gab der Angeklagte die letzte Tat in Freistadt zu. Das sei eine Spontanaktion gewesen, er habe das auf der Durchreise von Tschechien schnell gemacht. Mit den anderen ihm zur Last gelegten Coups wollte er nichts zu tun haben. "Ich war noch nie in Ried", gab er vor Gericht an. Der Richter fand es aber "komisch, dass es ein halbes Jahr nach der Haftentlassung in Deutschland in Österreich so weitergeht" und verurteilte den Mann.

Opfern Schmerzensgeld zugesprochen
Erschwerend wertete das Gericht die Vorstrafen in Deutschland, das Zusammentreffen mehrerer Straftaten und dass die Mitarbeiter der Supermärkte dabei zu Schaden gekommen waren. Elf Angestellten wurden je 2.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, ein Mann erhielt 500 Euro.

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