So, 22. Oktober 2017

krone.at-Filmkritik

11.02.2015 17:47

So sexy ist „Fifty Shades of Grey“ wirklich

Kaum ein Roman hat in den letzten Jahren so polarisiert wie "Shades of Grey". Nun ist die lange erwartete Verfilmung der Trilogie in den Kinos und der Hype war schon im Vorfeld enorm. Doch wird der Streifen seiner literarischen Vorlage, die wochenlang die Bestsellerlisten dominierte, gerecht – besonders natürlich in Sachen "pikante Details"? krone.at hat "Fifty Shades of Grey" vor der offiziellen Österreich-Premiere gesehen. So viel sei an dieser Stelle schon einmal gesagt: Es geht zwischendurch ganz schön heiß her.

Am Anfang meint man, es handle sich hier um eine typische Liebesgeschichte à la Hollywood: Tollpatschige Studentin trifft leicht exzentrischen, gutaussehenden Millionär usw. Doch schon zu Beginn von "Fifty Shades of Grey" wird klar: Hier liegt Spannung in der Luft! Denn das teuer aufgemachte Werk von Regisseurin Sam Taylor-Johnson geizt nicht mit filmischen Mitteln, um das Knistern zwischen Anastacia Steele (Dakota Johnson) und Christian Grey (Jamie Dornan) zu verdeutlichen.

Während sich die schüchterne Ana und der betont coole Christian näherkommen, wird klar, dass es hier nicht um eine Märchengeschichte inklusive Happy End geht. Denn Mister Grey hat ganz besondere sexuelle Vorlieben...

Die weitere Handlung soll hier nicht verraten werden, zumal die Leser des Romans sie ja bereits kennen. Wer sich von "Fifty Shades of Grey" allerdings einen "Mommy Porn" im Breitbild-Hochglanz-Format erwartet, der wird vermutlich etwas enttäuscht sein.

Das Geheimnis liegt im Detail
Daran ändern auch die zahlreichen Großaufnahmen von Dakota Johnsons Busen – von denen es durchaus auch weniger hätten sein können – sowie die prickelnden Sado-Maso-Szenen nicht viel. Der Film leidet an einer klassischen Krankheit der Literaturverfilmungen: Über 600 Seiten Roman lassen sich eben nicht so einfach in 125 Filmminuten stopfen. Und so bleiben manche Details - besonders der komplexe Charakter Christian Greys und seine dunklen Geheimnisse - auf der Strecke. Auch wird, anders als im Roman, sehr schnell sichtbar, wie es wirklich um das Herz des ach so coolen Mister Grey bestellt ist und dass es sich bei seiner Beziehung zu Ana um mehr als nur bloße Lust und Dominanz handelt.

Was die darstellerische Leistung angeht, so kann sich besonders der "Körpereinsatz" von Dakota Johnson sehen lassen. Es verwundert anschließend nicht mehr, dass die Tochter von Don Johnson und Melanie Griffith ihren Eltern untersagt hat, den Film im Kino zu sehen. Auch abseits von Nackt- und BDSM-Szenen gibt sie die tollpatschige Ana mit viel Hingabe.

Jamie Dornan lässt nicht viele Wünsche offen
Viel war im Vorfeld auch über die Besetzung von Jamie Dornan als Christian Grey diskutiert worden. Im Film selbst straft er allerdings die meisten Kritiker Lügen und bringt die innere Zerrissenheit seines Charakters gut rüber. Und auch optisch dürften die weiblichen Kinobesucher nichts zu meckern haben, selbst wenn er nicht zu 100 Prozent der Romanfigur entspricht.

Fazit: 125 stellenweise durchaus prickelnde Minuten, die tatsächlich ohne merkbare Längen auskommen. "Fifty Shades of Grey" pendelt allerdings an vielen Stellen doch sehr in Richtung Romanze, was dazu führt, dass die Sexszenen härter wirken, als man es sich von einem Hollywoodfilm erwarten würde. Die komplexe Beziehung zwischen Ana und Christian kommt dabei nur stellenweise beim Zuschauer an und so entsteht ziemlich schnell ein Schwarz-Weiß-Bild, das die "Fifty Shades of Grey" nur im Ansatz erkennen lässt.

Am Ende steht schließlich ein klassischer Cliffhanger, der den Lesern des Romans zwar bekannt ist, die Kinozuschauer aber schon sehr überraschend trifft. Wer sich also nicht bis 2016 – dann soll nämlich Teil 2 im Kino anlaufen – gedulden kann, der wird wohl doch das Buch lesen müssen.

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