Do, 14. Dezember 2017

Enthauptung geplant

11.02.2015 08:55

IS-Anschlag in Australien vereitelt - 2 Festnahmen

Australische Anti-Terror-Ermittler haben nach eigenen Angaben erneut einen Anschlag vereitelt, der im Zusammenhang mit der Extremistenmiliz Islamischer Staat steht. Zwei Verdächtige im Alter von 24 und 25 Jahren seien am Dienstag in Sydney festgenommen worden. Demnach wollten die Männer an diesem Tag ihre Tat - eine Enthauptung - begehen. Nach dem Angriff auf Polizisten im vergangenen September und der tödlichen Geiselnahme im Dezember hätten die Behörden laut Premierminister Tony Abbott "eine dritte Begegnung mit dem Terror" gerade noch rechtzeitig verhindern können.

"Wir haben Informationen erhalten, die auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff hindeuteten, und wir haben gehandelt", sagte Vizepolizeichefin Catherine Burn am Mittwoch. Die beiden Festgenommenen, der 25-jährige Mohammad Kiad und der 24 Jahre alte Omar al-Kutobi, hätten laut Angaben der Polizei am Dienstag ihren Plan, einen Zivilisten zu enthaupten, in die Tat umsetzen wollen, so die Polizei. Der Angriff sei in Sydney vereitelt worden.

Machete, Messer und IS-Flagge sichergestellt
Bei der Durchsuchung der Wohnung, die sich die beiden Terrorverdächtigen teilten, seien eine Machete, ein Jagdmesser und eine selbst hergestellte IS-Flagge gefunden worden. Außerdem gebe es ein Video, in dem einer der beiden Männer von einem Anschlag spreche.

Während über den 24-jährigen al-Kutobi bislang wenig bekannt ist, drangen über das Leben des 25-jährigen Verdächtigen Mohammad Kiad bereits erste Details an die Öffentlichkeit. Dem "Sydney Morning Herald" zufolge war der Mann vor rund vier Jahren aus Kuwait nach Australien ausgewandert. Seinen erlernten Beruf als Krankenpfleger habe er dann in seiner neuen Heimat nicht ausüben können, weil in Australien seine Ausbildung nicht anerkannt worden sei. Kiad habe deshalb zunächst als Wachmann für einen Sicherheitsdienst und zuletzt als Möbelpacker bei einer Umzugsfirma gearbeitet, so die Zeitung weiter.

25-Jähriger liebte Dolce & Gabbana und Rolex-Uhren
Laut dem Bericht, der sich auf Aussagen von Arbeitskollegen und Nachbarn beruft, sei der 25-Jährige ein ruhiger und unauffälliger Typ, der sich auch in Sachen Religion stets weltoffen gegeben habe. Allerdings habe er in sozialen Netzwerken in der Vergangenheit eine Vorliebe für Luxusgüter wie etwa Dolce & Gabbana und Rolex-Uhren durchblicken lassen, schreibt der "Sydney Morning Herald" weiter.

Zur brennenden Frage, wie es zur Radikalisierung der beiden jungen Männer kam, konnten jedoch auch australische Medien vorerst keine Antworten liefern. Knapp eine Woche vor dem geplanten Anschlag soll Kiad unbestätigten Berichten zufolge aber seinen Job bei der Umzugsfirma verloren haben.

IS-Fanatiker hielt Geiseln stundenlang in seiner Gewalt
Im Dezember hatte ein Islamist in einem Geschäft in Sydney Geiseln genommen und 17 Stunden gefangen gehalten. Zwei der Opfer kamen ums Leben. Der Täter wurde ebenfalls getötet. Die Behörden sind seit Monaten in erhöhter Alarmbereitschaft, weil sie Anschläge islamistischer Kämpfer befürchten, die aus Syrien oder dem Irak zurückgekehrt sind. Die Regierung geht davon aus, dass 70 Australier in der Region kämpfen und es in Australien weitere 100 Unterstützer gibt. Das Land ist im Kampf gegen den IS ein enger Verbündeter der USA.

Unterdessen ist am Dienstag der Tod der von der IS-Terrormiliz entführten US-Geisel Kayla Jean Muller bestätigt worden. Allerdings bleiben die genauen Umstände, wie die 26-jährige Entwicklungshelferin ums Leben kam, unklar. Die Dschihadisten hatten am Freitag berichtet, dass Mueller beim Angriff eines jordanischen Kampfflugzeuges ums Leben gekommen sei, was sich aber zunächst nicht von unabhängiger Quelle bestätigen ließ. Mueller ist die sechste getötete westliche IS-Geisel.

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