So, 19. November 2017

Bisher unbekannt:

10.02.2015 19:52

Vogelmalaria tötet auch heimische Wildvögel

In Österreich lebende Wildvögel sind mit Vogelmalaria infiziert. Bisher dachte man aber, dass die von Stechmücken übertragenen Erreger (Plasmodien) den Tieren keinen Schaden zufügen. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien berichten nun aber, dass die Vögel durchaus an der Vogelmalaria erkranken und sogar daran sterben können.

Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass sich heimische Vögel evolutionär an die Blutparasiten angepasst haben, den Erreger zwar meist in sich tragen, aber nicht erkranken. Eine Gefahr stellte die Vogelmalaria nur für in Tiergärten gehaltene Vögel aus Ländern dar, in denen es keine Stechmücken gibt. Weil sie sich im Laufe ihrer Entwicklung nicht an die Vogelmalaria gewöhnen könnten, sei etwa "eine Infektion für Pinguine im Zoo lebensbedrohlich", erklärte Herbert Weissenböck vom Institut für Pathologie und gerichtliche Veterinärmedizin der Vetmeduni.

Hunderte Vogelkadaver untersucht
Nun haben die Wissenschafter das Probenmaterial von Hunderten Vogelkadavern erneut untersucht, die nach dem massiven Amselsterben in den Jahren 2001 bis 2004 in Österreich gesammelt und analysiert wurden. Sie wandten dabei eine spezielle Färbemethode an, um Zellreste der Plasmodien nachzuweisen.

Von 233 untersuchten toten Vögeln waren etwa 15 Prozent so massiv mit Plasmodien befallen, dass auch ihre Organe bereits geschädigt waren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Vogelmalaria in diesen Fällen die Todesursache war.

Drei Plasmodiumarten gefunden
Von den weltweit rund 100 verschiedenen Plasmodienarten wurden drei (P. elongatum, P. vaughani sowie eine verwandte Art des südamerikanischen P. lutzi) in den untersuchten Vögeln nachgewiesen. Eine in Mitteleuropa eigentlich häufig vorkommende Unterart (P. relictum) fanden die Forscher in den toten Tieren dagegen nicht, wie sie in der Fachzeitschrift "Parasitology Research" berichten.

Ein Risiko für heimische Wildvögel sieht Weissenböck dennoch nicht: "Nur ein kleiner Teil der Population stirbt wahrscheinlich regelmäßig an der Vogelmalaria. Für die Gesamtheit spielt dies keine dramatische Rolle."

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