Di, 21. November 2017

Massenflucht

10.02.2015 12:53

Kosovo hat schon 6 Prozent der Einwohner verloren

Die Flucht aus dem Kosovo nimmt kein Ende. Den Busbahnhof von Prishtina haben in der Nacht auf Dienstag erneut zahlreiche Busse Richtung Serbien verlassen. Es dürfte sich um 800 bis 1.000 Personen handeln, die sich einmal mehr Richtung Norden begeben haben. Kosovarische Demografen warnen bereits, dass der jüngste Staat Europas schon etwa sechs Prozent seiner Bevölkerung verloren hat. Alleine seit Anfang Dezember haben etwa 50.000 Bürger das Land verlassen.

Lokalen Medienberichten zufolge sollen die Fluchtwege nicht nur über Serbien und Ungarn, sondern mittlerweile auch über Albanien und von dort Richtung Montenegro führen. Allerdings soll es dabei um Bürger gehen, die mit eigenen Autos unterwegs sind.

Mikl-Leitner reist in den Kosovo
Viele Personen kommen nach Österreich und stellen hier Asylanträge. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner reist angesichts der weiter steigenden Zahl von Flüchtlingen kommende Woche in den Kosovo. Es sei notwendig, vor Ort mit den Verantwortungsträgern offen zu reden, "damit wir diese für ganz Europa inakzeptable Situation in den Griff bekommen und stoppen", meinte die Ministerin.

2014 wurden in Österreich 1.901 Asylanträge von Kosovaren gestellt. Im Jänner 2015 waren es 1.029 und in der ersten Februar-Woche erneut 558. Das entspricht einer Steigerung zum Wochenschnitt des Vorjahrs um 1.550 Prozent. Für Mikl-Leitner braucht es nun eine ganze Reihe von Maßnahmen, um diese "Massenauswanderung" zu stoppen. Dazu gehören die von ihr seit einiger Zeit propagierten Schnellverfahren für Flüchtlinge aus "sicheren Herkunftsstaaten" ebenso wie "massive Gegenmaßnahmen vor Ort".

Kosovarische Asylanträge EU-weit massiv gestiegen
Wie die nicht-staatliche Organisation für juristische und politische Studien in Prishtina errechnete, hatte sich die Zahl der Asylanträge in den EU-Staaten bereits 2013 gemessen am Jahr davor verdoppelt. Im Vorjahr kam es sogar zu einer Verdreifachung der Anträge. Dies würde keine positiven Signale an die Europäische Union schicken und die Visa-Liberalisierung für die Bürger des Kosovo würde weiter in die Ferne rücken, warnte Dren Doli, ein Mitarbeiter der Organisation. Der Kosovo ist der einzige Westbalkanstaat, dessen Bürger noch immer nicht in die Gunst der Visa-Liberalisierung gekommen sind.

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