Sa, 25. November 2017

Riesenverlust 2014

10.02.2015 08:02

RBI verkauft Banktöchter in Polen und Slowenien

Der Aufsichtsrat der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Montagabend einen dramatischen Schrumpf-Kurs beschlossen: Um Kapital freizuschaufeln, wurden die Banktöchter in Polen und Slowenien zum Verkauf gestellt. Auch die Direktbank Zuno wird veräußert.

Die österreichische Großbank fährt ihre Risikogeschäfte zurück und zieht sich aus einzelnen Märkten in der Region ganz zurück. Damit will man die Kapitalpuffer aufbessern, verlustreiche Einheiten oder Bankgeschäfte, die zu viel Kapital binden, werden abgestoßen.

Polnische Tochterbank wird verkauft
Die Polbank war von der RBI erst im Jahr 2012 erworben und in der Folge mit der bestehenden Polen-Tochter fusioniert worden. In polnischen Medien wurde seit Wochen über einen Verkauf der Polbank durch Raiffeisen spekuliert. Bis jetzt war in Wien allerdings nur von einem Teilverkauf der polnischen Tochter die Rede gewesen.

In Russland wird das Risiko bis zum Jahr 2017 um 20 Prozent zurückgefahren. In der Bilanz 2014 wurde der Firmenwert der Russland-Tochter schon abgeschrieben. In der Ukraine werden die Bilanzrisiken bis 2017 sogar um 30 Prozent abgebaut.

Rückzug aus Asien und den USA
Bis Ende 2017 werden zudem die Geschäftsaktivitäten in Asien und schon bis Ende 2016 in den USA signifikant zurückgefahren oder ganz aufgegeben. Das teilte die Bank am Abend mit.

Knapp halbe Milliarde Verlust 2014
Die Bilanz ist 2014 erstmals in der Firmengeschichte tiefrot ausgefallen. Ihren Jahresverlust hat die RBI nach vorläufigen Zahlen 2014 mit 493 Millionen Euro ganz knapp unter der selbst vorgegebenen Höchstgrenze gehalten. Eine Dividende auf das Aktienkapital entfällt deshalb, die Aktionäre gehen leer aus.

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