Mo, 11. Dezember 2017

Pläne für Ernstfall

09.02.2015 19:19

London rüstet sich für griechischen Euro-Austritt

Die Regierung Großbritanniens spielt den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone durch. Regierungschef David Cameron hat am Montag mit Spitzenvertretern des Finanzministeriums und der britischen Notenbank über die Folgen eines möglichen "Grexit" beraten, wie Regierung und Notenbank bestätigten.

Es gehe darum, Risiken einer Ansteckungsgefahr abzuschätzen, sagte ein Sprecher von Cameron. "Wir wollen hier wachsam sein." Bereits 2012 habe man Eventualitäten durchgespielt, als in der Staatsschuldenkrise auch wegen Griechenland Druck auf der Euro-Zone gelegen sei. Vor dem Hintergrund, dass es in Athen nun eine neue Regierung gebe, sei es an der Zeit, die Vorkehrungen zu überprüfen, hieß es.

Finanzminister warnt vor Schaden für Wirtschaft
Britische Experten gehen aber davon aus, dass zwischen Griechenland und anderen Mitgliedern der Euro-Zone - vor allem Deutschland - ein Kompromiss erzielt werden kann. Trotzdem habe sich die Gefahr, dass die Griechen die Einheitswährung verlassen, erhöht, berichtete die BBC.

Der britische Finanzminister George Osborne hatte am Wochenende gewarnt, dass ein Abschied Griechenlands vom Euro der Wirtschaft Großbritanniens schaden könnte. An den Börsen wuchs am Montag die Furcht vor einem chaotischen Euro-Austritt.

Athen lehnt bisherige EU-Sparpolitik ab
Die neue linksgerichtete Regierung in Athen lehnt die bisherige Schulden- und Sparpolitik ab. Sie hat den EU-Kurs für gescheitert erklärt und deshalb die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds gekündigt.

Die Positionen im Schuldenstreit scheinen jedenfalls verhärtet: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ist ohne Reformzusagen nicht zu weiteren Hilfen bereit, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht kaum noch Chancen für eine rasche Einigung.

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