Mi, 22. November 2017

Neue Studien

10.02.2015 13:13

Richtige Nahrungshilfe für Vögel

Jährlich scheiden sich am Thema Winterfütterung die Geister der Vogelfreunde. Und der bislang recht milde Winter hat zusätzlich dazu geführt, dass mit der Vogelfütterung noch nicht so recht begonnen wurde. Grundlage dafür bildete die lange Zeit vorherrschende Meinung, dass die Winterfütterung nur dann sinnvoll ist, wenn die gefiederten Freunde keine Nahrung in der Natur selbst finden. Neue Forschungsergebnisse revidieren jedoch diese Ansicht.

Grundsätzlich gehen die Experten-Fütterungsempfehlungen für einheimische Vögel dahin, dass der Mensch in der Regel nur dann füttern sollte, wenn die Vögel selbst nur wenig Nahrung finden, also ausschließlich während des Winterhalbjahres. Und sogar das mit der Einschränkung, dass sich bei mildem Winterwetter die Vögel selbst mit ausreichend natürlicher Nahrung versorgen können. Entsprechend dieser Ansicht wäre also eine Fütterung nur bei Frost und geschlossener Schneedecke empfehlenswert.

Sinnvolle Vogel-Unterstützung
Diese an sich sehr natürliche Rechnung geht jedoch nur dann auf, wenn die Vögel bei mildem Winterwetter in der Natur genügend Nahrungsquellen finden. Und genau das ist aufgrund geänderter Umweltbedingungen, zunehmender Verstädterung und damit auch Änderung der Vegetation in vielen Gegenden heute nicht mehr selbstverständlich.

Neue Forschungsergebnisse aus Deutschland berücksichtigen dies bereits und belegen, dass eine durchgängige Fütterung zumindest während des gesamten Winterhalbjahres jedenfalls sinnvoll ist.

Diese Forschungsergebnisse gehen aber noch einen wesentlichen Schritt weiter: Auch im Frühjahr bis in den Sommer hinein, besonders aber während der Jungvogelaufzucht, kann heute eine Zufütterung in vielen Fällen als durchaus sinnvoll angesehen werden und zur Erhaltung der Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag leisten. Allerdings mit der Einschränkung, dass dann das Futter so gewählt werden muss, dass es den Jungvögeln nicht schadet. Wobei auch hier meist der natürliche Vogel-Instinkt für eine perfekte Futter-Lösung sorgt: Meist greifen die Altvögel auf die leicht zu beschaffende zusätzliche Nahrungsquelle aus menschlicher Zufütterung für sich selbst zurück, während sie die Jungvögel mit natürlicher Nahrung (Insekten etc.) versorgen.

Richtige Fütterung wichtig
Im Winter, bei kalten Temperaturen, ist die Fütterung deshalb so wichtig, da Vögel ein Vielfaches an Futter benötigen, um die erforderliche Energie zum Warmhalten aufbringen zu können.

Wichtig ist es vor allem durchgehend zu füttern, also Zeiten der leeren Futterhäuschen zu vermeiden, da sich die Vögel die Futterstellen gut merken und so im Notfall (Erschöpfung durch Kälte, Energiemangel etc.) auch rasch anfliegen können.

Die Fütterung ist allerdings nur dann wirklich hilfreich, wenn auf umfassende Hygiene bei der Futterstelle geachtet wird. Andernfalls können sich Krankheiten an der Futterstelle sehr rasch ausbreiten. Das Futter sollte stets trocken und sauber sein. Offene Futterhäuschen müssen regelmäßig gründlichst gereinigt werden, um z.B. Kotverschmutzungen zu vermeiden.

Tipp: Vogel-Experten empfehlen Silofutterhäuser oder Futtersäulen. Bei diesen Modellen ist nicht nur die Verschmutzung durch den Kot wesentlich geringer bis sogar ausgeschlossen, sondern das Futter ist darüber hinaus vor Nässe geschützt. Feuchtes Vogelfutter beginnt leicht zu schimmeln. Wenn das der Fall ist, muss das Futter sofort entfernt werden und das Häuschen gründlich gesäubert werden.

Gute Ernährung ist auch für Vögel wichtig
Auf der absoluten Verbotsliste für alle Vögel steht menschliches Essen, meist in Form von Speiseresten. Vögel, gleich ob Spatzen, Meisen, Rotkehlchen, aber auch Tauben oder Krähen, sind keine Abfallfresser von menschlicher Nahrung.

Wenn man z.B. Krähen oder Tauben im Müll herumsuchen sieht, dann nur aufgrund eines akuten Nahrungsmangels. Dieses Futter macht die Tiere krank – und dies trägt dann zum Großteil zu einem allgemein schlechten Image bestimmter Vogelarten bei. Gefährlich sind auch reine Brotreste. Diese frieren bei eisigen Temperaturen und können den Vögeln schweren Schaden zufügen.

Erlaubt sind hingegen Obst und Nüsse. (Achtung: Auch diese Leckerein sollten nicht zu lange am Boden liegen bleiben und frieren!) So freuen sich z.B. die Amseln über klein aufgeschnittene Apfelstückchen, Rosinen und Nüsse. Übrigens: Amseln nehmen das Futter gerne direkt vom Boden auf.

Die einfachste und kostengünstigste Art der Vogelfütterung besteht darin, einfach eine Futtersäule mit geeignetem Fettfutter für Vögel aus der Tierhandlung zu füllen. Je sortenreicher man füttert, desto mehr unterschiedliche Vogelarten zieht man an.

Auch im Winter brauchen Vögel Wasser
Bei dicker Schneedecke steht den Vögeln ebenso wie an milden Wintertagen ausreichend Wasser zur Verfügung. Schwieriger – und um ein Vielfaches problematischer – gestaltet sich die "Wasser-Lage" an eisigen, aber trockenen Frosttagen. Hier kann das mangelnde Wasser zu einem noch größeren Problem als das fehlende Futter werden. Auch wenn es vielleicht ein wenig mühsam ist: An solchen Tagen stellen wahre Vogelfreunde mehrmals täglich eine Schale mit warmem Leistungswasser zur Verfügung.

Tipp: Zwei oder drei Schälchen dafür einplanen. So kann bei Zufrieren des Wassers in der Schale diese leicht ausgetauscht werden und es muss nicht auf das Auftauen des gefrorenen Wassers gewartet werden, ehe man das Schälchen neu befüllt.

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