Di, 21. November 2017

Neue Horrorzahlen

08.02.2015 12:49

Ukraine: Zehnmal mehr Tote als bisher bekannt?

Die blutige Eskalation des Ukraine-Konflikts hat bisher laut offiziellen Angaben mehr als 5.000 Zivilisten und 1.200 Soldaten das Leben gekostet. Diese Schreckensbilanz könnte laut deutschen Sicherheitskreisen jedoch massiv zu kurz greifen: Bis zu 50.000 Menschen sollen demnach in den vergangenen Monaten in der Ostukraine zu Tode gekommen sein, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Die offiziellen Zahlen seien nicht glaubwürdig, zitierte die Zeitung ihre Auskunftgeber. Als Beispiel für das Auseinanderklaffen führt die Quelle aus Berliner Sicherheitskreisen das Verhalten der Behörden nach schweren Gefechten an: Oft würden hier einstellige Opferzahlen gemeldet, wohingegen vielfach von Dutzenden Toten ausgegangen werden müsse. Erst am Samstag hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei der Sicherheitskonferenz in München die offizielle Darstellung von etwa 5.400 getöteten Zivilisten und 1.200 gefallenen Soldaten bestätigt.

Neuer Minsk-Gipfel am Mittwoch
Im Ringen um eine friedliche Lösung der Krise gab es Sonntagmittag einen neuen Anlauf: Nach Angaben aus Deutschland, das sich zuletzt an der Seite von Frankreich massiv für eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine eingesetzt hatte, soll am Mittwoch in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ein weiteres Gipfeltreffen stattfinden. Regierungssprecher Steffen Seibert gab den Termin nach einem Telefonat der beteiligten Staatschefs Poroschenko, Wladimir Putin (Russland) und Francois Hollande (Frankreich) mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bekannt.

Auf dem Gipfel gehe es um eine umfassende Regelung des Konflikts in der Ostukraine, sagte Seibert. Auch die Unterzeichner des Minsker Abkommens vom September, die sogenannte Kontaktgruppe aus Vertretern der OSZE, Russlands und der Ukraine sowie der prorussischen Separatisten, sollen in Minsk zusammenkommen.

Steinmeier: "Von Lösung weit entfernt"
Hochrangige Vertreter westlicher Staaten beklagten am Sonntag einmal mehr fehlende Fortschritte bei der Beilegung des Konflikts. "Wir sind von einer politischen Lösung auch nach dem letzten Verhandlungswochenende weit entfernt", sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. US-Außenminister John Kerry griff Kremlchef Putin scharf an. Er sprach von "dreisten Bemühungen", den Osten der Ukraine zu destabilisieren.

Der britische Außenminister Philipp Hammond erklärte, es brauche eine politische Lösung, denn die Ukraine könne nicht militärisch gegen die russische Armee siegen. Putin benehme sich "wie ein Tyrann aus der Mitte des 20. Jahrhunderts".

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