Mo, 20. November 2017

Plan bis Jahresende

08.02.2015 10:51

Kommen „Alcolocks“ bald auch in Österreich?

Sie sind wieder in aller Munde: die sogenannten Alcolocks. In einigen Ländern - darunter Schweden, Finnland und den USA - werden die Alkohol-Wegfahrsperren in Fahrzeugen bereits verwendet, und das überaus erfolgreich. Auch in Österreich wurde über den Einsatz der "Alcolocks" bei Autofahrern, die in der Vergangenheit betrunken am Steuer erwischt wurden, in den letzten Jahren heiß diskutiert. Nun soll bis Ende des Jahres ein Konzept dazu erstellt werden, wie die Pressesprecherin des Verkehrsministeriums gegenüber krone.at verriet.

Das Prinzip der Alkohol-Wegfahrsperre: Der Motor des Fahrzeugs, in dem das Gerät verbaut ist, startet erst, wenn der Atem-Alkoholgehalt des Lenkers gemessen wurde. Dazu bläst der Fahrer in ein mit der Fahrzeugelektronik verbundenes Messinstrument, das auch von der Polizei bei Kontrollen eingesetzt wird.

Schon in sieben europäischen Ländern ist der Einsatz von "Alcolocks" für alkoholauffällige Lenker gesetzlich verankert: in Großbritannien, Frankreich, Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Finnland und Schweden. In den USA werden sie bereits seit 1986 verwendet, zudem finden sie auch in Australien und in den meisten Provinzen Kanadas Verwendung. Deutschland liebäugelt ebenfalls mit der Idee, ein erstes Testprojekt für "Alcolocks" ist bereits im Gespräch.

Dunkelziffer der Alko-Wiederholungstäter hoch
Und auch in Österreich könnte die Alkohol-Wegfahrsperre bald zum Einsatz kommen. "In den vergangenen Jahrzehnten wurde viel zur Reduktion der Zahl alkoholauffälliger Lenker unternommen. Neben einer kontinuierlichen Bewusstseinsbildung und einer hohen Kontrolldichte bieten heute Technologien wie die Alkohol-Wegfahrsperre die Möglichkeit, potenzielle Alkolenker daran zu hindern, ein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen", so Eva-Maria Eichinger-Vill vom Verkehrsministerium.

Immerhin wird pro Jahr rund 26.000 Österreichern der Führerschein wegen Alkohols am Steuer entzogen - für viele Sünder ist das allerdings kein Grund, sich nicht erneut, und auch ohne Schein, betrunken ins Auto zu setzen. Die Dunkelziffer der Wiederholungstäter ist hoch. "Mehr als ein Viertel - rund 7.000 - der Lenker mit Führerscheinentzug fährt auch ohne Führerschein weiter, rund 4.000 Personen setzen sich dabei auch wieder alkoholisiert hinters Steuer", so Othmar Thann, der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

"Alkohol-Wegfahrsperren können Leben retten"
Und das oftmals mit fatalen Folgen, denn nicht selten kommt es dabei zu verheerenden Unfällen, bei denen oft auch Unschuldige schwer verletzt oder (mit) in den Tod gerissen werden. "Die Gesellschaft ist nicht ausreichend geschützt, da im Schnitt jeder getötete Alkolenker einen Unschuldigen mit in den Tod nimmt. Alkohol-Wegfahrsperren können Leben retten!", ist Thann überzeugt.

Vor der Umsetzung der "Alcolocks" in Österreich müsse aber noch einiges geklärt werden, heißt es seitens des Verkehrsministeriums. Immerhin gebe es dabei viele Ebenen zu beachten. "Da gibt es zum Beispiel die soziale Ebene. Wir wollen beispielsweise vermeiden, dass erwischte Alkosünder in eine Art Abwärtsspirale geraten", so die Pressesprecherin des Verkehrsministeriums, Andrea Heigl, gegenüber krone.at. "Alkohol-Wegfahrsperren sind ein Weg, sie nicht vom Arbeits- und Gesellschaftsleben auszuschließen", ist auch Verkehrsminister Alois Stöger von der Idee der "Alcolocks" überzeugt. Es müssen aber noch zahlreiche Gespräche in der Causa geführt werden, die wohl bis Ende des Jahres andauern werden.

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