Fr, 24. November 2017

Griechen-Krise

06.02.2015 22:03

Noch zehn Tage, dann dreht Troika den Geldhahn zu

Das Tauziehen um die Schulden Griechenlands dauert an: Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat Athen eine Frist bis zum 16. Februar gegeben, um sich den Sparvorgaben der Gläubiger zu unterwerfen. Andernfalls stünden dem Land keine neuen Gelder aus dem Hilfsprogramm der EU-Partner zur Verfügung, sagte der niederländische Finanzminister am Freitagabend. Griechenland hatte zuletzt erklärt, es brauche von seinen Partnern in der Euro-Zone keine zusätzlichen Hilfsgelder, wollte allerdings die Rückzahlungsbedingungen neu aushandeln.

Stimmt Griechenland nicht bis 16. Februar der Einhaltung der Sparauflagen zu, ist es nach Ansicht des Euro-Gruppen-Chefs wegen der fälligen Zustimmung mehrerer nationaler Parlamente äußerst schwierig, die mit Ende des Monats auslaufenden Hilfskredite zu verlängern. Der Niederländer hält aber auch ein Auskommen Athens ohne weitere Finanzspritzen der Geber-Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds für möglich.

"Es hängt sehr viel vom Vorgehen der griechischen Regierung ab", sagte Dijsselbloem laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn sie mit ihrem Budget klug vorgeht, wenn sie die richtige Art von Schritten setzen, bin ich sicher, dass die Märkte, Finanzbehörden und Politiker viel Vertrauen in sie haben wird." Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Griechenland allerdings zuletzt weiter abgestuft.

Brückenabkommen statt neuer Kredite
Die Regierung in Athen möchte aus dem Hilfsprogramm der Troika aussteigen und keine weiteren Sparmaßnahmen umsetzen. Athen bat aber um ein Brückenabkommen, um für die kommenden Wochen den eigenen Finanzbedarf zu sichern. "Das Brückenabkommen ist kein neues Hilfsprogramm mit Bedingungen, Inspektionen und Ähnlichem", sagte ein Regierungsvertreter in Athen der Nachrichtenagentur AFP.

Außerdem will die Regierung unter dem Linkspolitiker Alexis Tsipras beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel kommende Woche einen Plan für eine Schulden-Erleichterung vorlegen. "Wir werden am Mittwoch von der neuen griechischen Regierung hören, was sie vorhaben, wie sie mit dem derzeitigen Programm weitermachen wollen", sagte Dijsselbloem. Entscheidungen stünden bei dem Treffen aber nicht an.

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