Mi, 22. November 2017

Duo aufgeflogen

06.02.2015 15:29

Schlepper-Tour im Rettungsauto durch Europa

276.000 Illegale strandeten im vergangenen Jahr in der EU - hauptsächlich geschleppt von skrupellosen Menschenhändlern. Und diese werden bei ihren Transportmethoden immer einfallsreicher bzw. dreister: So gingen in Dänemark und Österreich zwei italienische "Sanitäter" ins Netz, die Flüchtlinge per offiziellem Ambulanzwagen durch Europa kutschierten.

Eingepfercht zwischen Lkw-Ladungen, versteckt in Zügen oder getarnt als Touristen in Reisebussen - je mehr sie bezahlen, desto angenehmer gestaltet sich für die Flüchtlinge der Weg in den Westen. Die meisten können jedoch froh sein, wenn sie die Reise lebend überstehen.

Zumindest darüber musste sich eine Gruppe syrischer Flüchtlinge, die vor einigen Monaten in Dänemark bzw. Österreich landete, keine Sorgen machen - ihre angeheuerten Schlepper hatten sich eine besonders dreiste Reiseart überlegt: Verkleidet als Sanitäter organisierten sie sich einen echten italienischen Ambulanzwagen und kutschierten ihre Kunden - quasi als Patienten getarnt - von Italien aus quer durch Europa.

"Krankentransport" in Österreich abgefangen
Doch trotz der ausgeklügelten Tarnung flogen die Menschenhändler, die sich aufgrund ihrer Blaulicht-Fahrt in Sicherheit wähnten, in Dänemark auf - allerdings gelang ihnen und ihren illegalen Passagieren die Flucht. Doch es dauerte nur eine Woche, bis den Schleppern dann doch die Handschellen angelegt wurden. Und zwar von österreichischen Beamten, die den "Krankentransport" abfingen. An Bord: Nicht weniger als 14 Syrer - Frauen, Männer und Kinder. Wie die beiden Menschenhändler zu den Uniformen und dem Ambulanzwagen gekommen sind, wollten sie den Ermittlern nicht erzählen.

Jetzt droht auch noch Ansturm aus Kosovo
Fakt ist aber: Laut aktuellen Zahlen strandeten 2014 allein in Österreich 20.658 Illegale, 504 Schlepper wurden aus dem Verkehr gezogen. Damit nicht genug, droht Österreich nun auch noch eine regelrechte Flüchtlingswelle aus dem Kosovo. Nicht weniger als 60.000 sollen aus dem Armutsland auf dem Sprung in Richtung Westen sein. Das erste Zielland ist dabei Österreich.

Schon im Jänner waren mehr als 1.000 Kosovaren im Bundesgebiet aufgegriffen worden. Nachbarland Serbien kann der Menschenflut kaum Herr werden, die Grenzpolizei ist heillos überfordert.

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