Mo, 20. November 2017

Noch acht Vermisste

06.02.2015 14:06

Flugzeugcrash in Taiwan: Weitere Leichen geborgen

Nach dem Flugzeugabsturz in einen Fluss in Taiwans Hauptstadt Taipeh haben Retter weitere Leichen aus dem Wasser geborgen. Suchtrupps stießen am Freitag auf vier Todesopfer, wie taiwanesische Medien berichteten. Damit stieg die Zahl der Toten nach dem Unglück auf 35, acht Menschen gelten weiter als vermisst.

Flug GE235 hatte am Mittwoch kurz nach dem Start um 10.52 Uhr Ortszeit eine Brücke gerammt und war anschließend in den in einem Wohngebiet liegenden Fluss gestürzt. Ein Autofahrer hatte die dramatischen Szenen gefilmt. Insgesamt befanden sich 58 Menschen an Bord der Maschine, 14 Passagiere und eine Stewardess konnten gerettet werden.

Wie am Freitag bekannt wurde, sind kurz vor dem spektakulären Absturz die beiden Motoren der TransAir-Maschine ausgefallen. Den bisher ausgewerteten Daten zufolge hätten beide Triebwerke einige Zeit keinen Schub gehabt, so der Chef der Luftfahrtsicherheitsbehörde, Thomas Wang.

Pilot wird als Held gefeiert
Unter den Todesopfern war auch der Pilot Liao Chien Tsung. Er wird in Taiwan als Held gefeiert. Viele Zeitungen widmeten dem 41-Jährigen ihre Titelseite. Taipehs Bürgermeister Mayor Ko Wen Je lobte den Piloten als Helden. "Wir müssen ihm wirklich danken", sagte Ko. Dem Mann sei es gelungen, das zweimotorige Turboprop-Verkehrsflugzeug ATR-72 an den Wohnhäusern in dem Stadtviertel vorbei in den Fluss zu steuern. Hätte die Maschine ein Haus getroffen, wären noch viel mehr Menschen ums Leben gekommen.

Der Überlebende Huang Jin Sun erzählte im Krankenhaus, er habe kurz vor dem Absturz ein mulmiges Gefühl gehabt. "Das Triebwerk hörte sich merkwürdig an", sagte der 72-Jährige dem Fernsehsender ETTV. Er habe ein seltsames Geräusch gehört. Taiwans Luftfahrtbehörde veröffentlichte den letzten Funkspruch aus dem Cockpit. "Mayday! Mayday! Triebwerk-Ausfall!", sagte der Pilot. Danach riss die Verbindung zu dem Flugzeug ab.

Maschine lediglich ein Jahr alt
Die Fluggesellschaft TransAsia hatte nach dem Absturz mehrfach betont, es habe keine Hinweise auf technische Probleme mit dem Flugzeug gegeben. Bei regulären Sicherheitsuntersuchungen noch in den Wochen zuvor seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, und das Flugzeug sei nur ein Jahr alt gewesen. Trotzdem erteilte Taiwans Luftfahrtbehörde vorsorglich ein Flugverbot für alle Maschinen des Typs ATR-72.

Es war bereits der zweite Absturz einer TransAsia-Maschine innerhalb eines halben Jahres: Ende Juli war eine Turboprop mit 58 Menschen an Bord bei einem missglückten Landemanöver inmitten eines Taifuns in zwei Häuser der Penghu-Inseln gekracht. 48 Insassen wurden getötet, fünf Menschen am Boden verletzt. Wegen des erneuten Unglücks am Mittwoch darf sich TransAsia nun ein Jahr lang nicht um neue Flugrouten bewerben, teilte die taiwanesische Luftfahrtbehörde mit.

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