Mi, 13. Dezember 2017

"Erst der Anfang"

06.02.2015 06:28

Jordanien startet massive Luftangriffe gegen IS

Die jordanische Armee hat bei ihren Vergeltungsangriffen auf den Islamischen Staat (IS) zahlreiche Stellungen der Dschihadistenmiliz zerstört. Das Militär erklärte am Donnerstag, Dutzende Kampfflugzeuge hätten Angriffe gestartet und "alle Ziele" seien zerstört worden. Demnach wurden Ausbildungslager sowie Waffen- und Munitionslager getroffen. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Dschihadisten einen jordanischen Piloten ermordet hatten.

Die Kampfjets seien unbeschädigt von den Einsätzen zurückgekehrt, hieß es. Sicherheitsunterstützung und Hilfe bei der Überwachung erhielten die Jordanier nach Angaben aus Washington von US-Jets.

Kampfflugzeuge griffen Medienberichten zufolge Ziele der Extremisten in der nördlichen Provinz Rakka an. "Dies ist erst der Anfang. Ihr werdet für jedes Haar vom Körper unseres Helden den Preis zahlen", hieß es in der an den IS gerichteten Mitteilung der jordanischen Armee. Sie erklärte, dass sie ihre Einsätze so lange fortsetzen werde, bis der IS "ausgerottet" sei. Jordanien hatte sich in der Vergangenheit regelmäßig an Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien beteiligt, die Teil der US-geführten Offensive gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien sind.

Die Dschihadistenmiliz hat mit der am Dienstag bekannt gewordenen barbarischen Ermordung des Piloten Mouath al-Kasaesbeh für Empörung gesorgt. In einer ersten Reaktion darauf hatte Jordanien zwei inhaftierte Dschihadisten hingerichtet.

Führender Al-Kaida-Ideologe freigelassen
Einer der führenden Al-Kaida-Ideologen, Sheikh Abu Mohammad al-Maqdisi, wurde hingegen am Donnerstag freigelassen. Maqdisi wird als der spirituelle Führer des früheren Al-Kaida-Anführers im Irak, Abu Musab al-Zarqawi, gesehen. Später distanzierte er sich jedoch von diesem, weil er Zivilisten unterschiedslos ermorde. Beobachter sehen in Maqdisis Freilassung einen Versuch des sunnitischen Jordaniens, einen Keil zwischen die Dschihadisten zu treiben.

Der jordanische König Abdullah II. reiste am Donnerstag in Kasaesbehs Heimatort Karak rund 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman, um der Familie des Kampfpiloten, der nur 26 Jahre alt wurde, persönlich sein Beileid auszusprechen. Das Staatsfernsehen zeigte ihn beim Vater des Piloten, Safi al-Kasaesbeh, sitzen. Hunderte weitere Menschen scharten sich um ein traditionelles Zelt, das dort für die Trauergesellschaft aufgestellt worden war.

"Antwort Jordaniens wird hart sein"
Als Ehrerweisung für den getöteten Piloten flogen mehrere Kampfflugzeuge über die Trauergesellschaft hinweg. In dem Bericht des Staatsfernsehens äußerte sich Abdullah nicht. Zuvor hatte der Monarch aber angekündigt, die "Antwort Jordaniens und seiner Armee, nachdem was unserem lieben Sohn passiert ist, wird hart sein".

Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kondolierte Jordaniens König nach dem Mord an dem Piloten. Netanyahu schlug bei dem Telefonat einen gemeinsamen Kampf der kultivierten Welt gegen die "barbarische Grausamkeit" des IS vor, teilte sein Büro am Donnerstag mit.

Russland will IS-Finanzierung eindämmen
US-Präsident Barack Obama bezeichnete den IS als "brutale und scheußliche Todessekte". Die sunnitische Organisation begehe im Namen der Religion unaussprechliche Taten, sagte er am Donnerstag in Washington. Russland brachte indes am Donnerstag im UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf ein, der die Finanzierung des IS durch Ölverkäufe, Antiquitätenhandel und Lösegelderpressung eindämmen soll.

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