Mo, 18. Dezember 2017

Versteckt in Nebel

04.02.2015 15:25

Zwei unbekannte Sterne mit VISTA-Teleskop entdeckt

Mithilfe des VISTA-Teleskops am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile haben Forscher nach neuen und verborgenen Objekten im Zentrum der Milchstraße Ausschau gehalten. Und wurden prompt fündig: Scheinbar in unmittelbarer Nähe des Trifidnebels - in der Realität aber weit entfernt - fanden die Astronomen zwei bislang unbekannte Sterne.

Mit VISTA (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy) nahmen die Forscher den 5.200 Lichtjahre von der Erde entfernten Trifidnebel im Infrarot-Bereich näher unter die Lupe. Auf diese Weise konnten sie nicht nur durch ihn, sondern auch durch den staubigen Zentralbereich unserer Heimatgalaxie quasi hindurchschauen.

Zwei bislang unbekannte Sterne entdeckt
Dabei entdeckten die Astronomen zwei bislang unbekannte und sehr weit entfernte Sterne (sogenannte Cepheiden-Veränderliche), die fast direkt hinter dem Trifidnebel liegen. Es sind dies die ersten derartigen Sterne, die nahe der Zentralebene, aber auf der gegenüberliegenden Seite der Milchstraße aufgefunden wurden.

Bie Cepheiden-Veränderlichenhandelt es sich um einen leuchtkräftigen, instabilen Sterntyp, der regelmäßig langsam heller und dann mit der Zeit wieder schwächer wird. Das Sternenpaar, das die Astronomen für die hellsten Mitglieder eines Sternhaufens halten, wird immer über einen Zeitraum von elf Tagen heller und dann wieder schwächer.

Größtes Teleskop für Himmelsdurchmusterung
VISTA ist das größte und leistungsfähigste Teleskop für Himmelsdurchmusterungen, das je gebaut wurde, und dient speziell der Beobachtung im infraroten Spektralbereich. Der dabei entstehende riesige Datensatz soll den Astronomen helfen, mehr über den Ursprung, die frühen Lebensstadien und die Struktur unserer Heimatgalaxie herauszufinden.

Die Weitwinkelkamera des Teleskops, dessen Spiegel einen Durchmesser von 4,1 Metern hat, wiegt drei Tonnen und verfügt über insgesamt 67 Megapixel in 16 Infrarot-Detektoren. Um die Aufnahmen nicht durch die eigene Infrarotstrahlung zu stören, muss die Kamera auf minus 200 Grad Celsius gekühlt werden.

Österreich seit Juli 2008 ESO-Mitglied
Die ESO wurde im Jahr 1962 gegründet, um auch europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen. Sie zählt 16 Mitgliedsstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich zählt.

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