Sa, 21. Oktober 2017

Bei Brauereibesuch

04.02.2015 11:20

Zeman wollte nicht von Behinderten bewirtet werden

Der tschechische Präsident Milos Zeman sorgt wieder für negative Schlagzeilen. Beim Besuch einer Brauerei in Krasna Lipa soll seine Kanzlei verboten haben, dass der Präsident von behinderten Menschen bewirtet wird. Als Mitarbeiter Zemans bei einem Vorbereitungsbesuch feststellten, dass eine einarmige Frau sowie ein mental behinderter Mann zum Personal gehörten, sagten sie, dass "diese Leute den Staatspräsidenten nicht bedienen werden", berichtete die Tageszeitung "Pravo" am Mittwoch.

Der Besitzer des Unternehmens, Jan Srb, bestätigte entsprechende Forderungen der Präsidentschaftskanzlei. Man habe dann eigens Studenten einer Hotelfachschule engagiert, um die 22-köpfige Delegation mit Zeman bewirten zu können. Die von der Kanzlei abgelehnten Mitarbeiter seien hingegen für Reinigungstätigkeiten eingesetzt worden.

"Es tut mir leid, dass ich dem Herrn Präsidenten nicht ein Bier bringen kann und ihm nicht sagen kann, dass es ein heimisches Qualitätsbier ist, wie ich es immer mache", sagte Miroslav Conda, ein Mitarbeiter mit Behinderung.

40 Behinderte demonstrierten vor der Brauerei
Im Lauf des zweistündigen Mittagessens am Dienstag veranstalteten etwa 40 Behinderte und Freunde eine Demonstration vor der Bierbrauerei. Dabei erinnerten sie auch an die kürzliche Aussage Zemans, der sich gegen die Integration von behinderten Kindern in Schulklassen ausgesprochen hatte.

Zeman ging nach dem Mittagessen zu den Demonstranten und begrüßte sie. Dabei versuchte er seine damaligen umstrittenen Aussagen zu rechtfertigen, indem er auf das bessere Betreuungsverhältnis in den sogenannten praktischen Klassen mit Behinderten hinwies. Die Lehrer hätten somit mehr Zeit, sich den Kindern in den Klassen zu widmen. Außerdem bleibe den Kindern die Verspottung durch Altersgenossen erspart, argumentierte der Präsident.

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